Henning Höne: "Wir haben Erwartungen nicht erfüllt" | GA-Bonn

Henning Höne: "Wir haben Erwartungen nicht erfüllt"

Nach einem Höhenflug 2009 erlebte die FDP in Bund und Land einen Niedergang bis unter fünf Prozent. Mit dem Vorsitzenden der Jungen Liberalen in NRW, Henning Höne, sprach Bernd Eyermann.
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Nach einem Höhenflug 2009 erlebte die FDP in Bund und Land einen Niedergang bis unter fünf Prozent. Mit dem Vorsitzenden der Jungen Liberalen in NRW, Henning Höne, sprach Bernd Eyermann.

General-Anzeiger: Wie bewerten Sie den Abstieg der FDP?

Henning Höne: Es ist für uns natürlich eine große Enttäuschung, dass wir nach der Euphorie aus den vergangenen Jahren jetzt in der Regierungsverantwortung den Höhenflug nicht fortsetzen konnten.

GA: Welche Gründe sehen Sie dafür?

Höne: Wir haben im Bund die Erwartungen, die wir in den Wahlkämpfen geweckt haben, nicht erfüllt. Wir wollten schnelle Reformen, haben aber viel zu sehr auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewartet und unsere Vorhaben nicht zügig umgesetzt.

GA: Und landespolitisch?

Höne: Im Wahlkampf haben wir zu sehr die positive Bilanz von Schwarz-Gelb seit 2005 betont, aber den Leuten nicht klargemacht, wo es hingehen soll.

GA: Welche Hoffnung haben Sie mit dem Führungswechsel von Andreas Pinkwart zu Daniel Bahr?

Höne: Die FDP muss weg von dem Eindruck, eine eindimensionale Partei zu sein, die sich nur auf die Finanzpolitik beschränkt. Wer Leistungsgerechtigkeit einfordert, muss vor allem dafür sorgen, dass es Chancengerechtigkeit gibt. Da gibt es bei Bildungs- und Integrationspolitik noch viel zu tun.

GA: Wo steht die FDP Ende 2011?

Höne: Besser als heute.

GA: Wird Guido Westerwelle noch Bundesvorsitzender sein?

Höne: Es geht nicht allein um den Vorsitzenden. Wir müssen uns aber beim Bundesparteitag im Mai grundsätzlicher als zuletzt über das Führungsteam Gedanken machen. Die Frage muss lauten: Wie können wir es schaffen, die liberale Parteilinie in Regierungsverantwortung erkennbar zu halten?

GA: Und Westerwelle?

Höne: So wenig wie er allein für die Erfolge verantwortlich war, ist er jetzt allein für das Tal, das wir durchschreiten, zuständig. Wer glaubt, durch einen neuen Vorsitzenden würde alles besser, macht es sich viel zu einfach.

GA: Soll die FDP in NRW rot-grüne Einladungen annehmen oder Oppositionsarbeit betreiben?

Höne: Eine Mischung aus beidem. Gut ist, wenn dort offener miteinander umgegangen wird, wo es Gemeinsamkeiten gibt. Wenn ich aber etwa den Nachtragshaushalt anschaue, dann sehe ich leider viel rot-rot-grüne Koalition und wenig Einladung an uns.

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