Neuerung im Mobilfunk

Preisbremse bei Telefonaten ins EU-Ausland gilt nicht immer

Bei den neuen Regeln zur Auslandstelefonie gibt es einige Ausnahmen.

Bei den neuen Regeln zur Auslandstelefonie gibt es einige Ausnahmen.

22.04.2019 Göttingen. Die EU deckelt die Kosten für Telefonate und SMS ins Ausland. Die neuen Regeln treten im Mai in Kraft - aber einem Bericht zufolge ist schon jetzt klar, dass es Ausnahmen geben wird.

Ab Mitte Mai dürfen Auslandstelefonate innerhalb der EU nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten. Und für eine SMS dürfen nicht mehr als 6 Cent berechnet werden. Trotzdem drohen Kostenfallen, wie das Telekommunikationsportal "Teltarif.de" berichtet.

Das betrifft bestimmte Auslandstelefonie-Optionen. Wenn diese auch Minutenpakete für Verbindungen innerhalb der EU und in Nicht-EU-Länder wie die Türkei oder Russland enthalten, gilt die Preisdeckelung nicht, heißt es in dem Online-Bericht unter Berufung auf Angaben der Bundesnetzagentur.

Ein Anbieter könnte zum Beispiel einheitlich 29 Cent pro Minute verlangen, auch für Telefonate innerhalb der EU. "Nutzer sollten hier nachrechnen, ob sich die Option weiterhin für sie lohnt", erklärt Alexander Kuch von "Teltarif.de".

Ebenfalls möglich ist, dass jemand eine Flatrate für Auslandstelefonate innerhalb der EU hat, etwa nach Großbritannien. Flatrates könnten nicht reguliert werden. Auch hier lohnt sich das Nachrechnen, ob man mit den neuen, regulierten Minuten- und SMS-Preisen nicht besser fährt als mit einer Flatrate.

Immerhin: Wer eine Auslandstelefonie-Option für Verbindungen innerhalb der EU hat und darin zu höheren Konditionen telefoniert und SMS schreibt, wird spätestens zum 15. Juli automatisch umgestellt und zahlt dann nur noch die gedeckelten Preise.

Er könne auch zuvor seinem Provider mitteilen, dass er umgestellt werden möchte, sagt Kuch. Dann muss er ab 15. Mai nicht zwei Monate höhere Preise zahlen. (dpa)