Weltweite Besorgnis über Eskalation in Gaza

Tel Aviv/Gaza.  Die israelische Luftwaffe hat ihre massiven Luftschläge im Gazastreifen auch in der Nacht fortgesetzt. Eine Armeesprecherin sagte, etwa 100 Ziele seien seit Mitternacht angegriffen worden.
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Die israelische Armee griff in der Nacht aus der Luft und vom Meer aus den Gaza-Streifen an. Foto: Mohammed Saber
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Die israelische Armee griff in der Nacht aus der Luft und vom Meer aus den Gaza-Streifen an. Foto: Mohammed Saber Foto: DPA

Die palästinensische Nachrichtenagentur Safa berichtete, seit Beginn der Militäroperation am Mittwoch seien elf Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt worden. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch zwei Kinder und eine schwangere Frau. Israel warf nach Medienberichten Flugblätter über dem Gazastreifen ab, die Zivilisten dazu aufriefen, sich zu ihrem eigenen Schutz von Waffenlagern fernzuhalten.

Zum Auftakt der Operation "Säule der Verteidigung" hatte die israelische Luftwaffe gezielt den Militärchef der radikal-islamischen Hamas, Ahmed al-Dschabari, und seinen Assistenten getötet.

Die israelische Militäroperation gegen militante Palästinenser im Gazastreifen kann nach Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Bedarfsfall sogar noch ausgeweitet werden. Das israelische Militär erklärte am späten Mittwochabend, alle Optionen lägen auf dem Tisch. Die Streitkräfte teilten mit, Bodentruppen stünden auch für einen Einmarsch bereit, sollte der Befehl gegeben werden.

Das israelische Sicherheitskabinett gab Verteidigungsminister Ehud Barak bei einer Dringlichkeitssitzung grünes Licht für die Mobilisierung von Reservisten. Dies solle geschehen, falls Bedarf bestehe, berichteten israelische Medien in der Nacht online. Auch am Donnerstagmorgen wurde Israel weiter mit zahlreichen Raketen aus dem Gazastreifen beschossen, berichteten israelische Medien.

Militante Palästinenser feuerten seit Mittwochabend Dutzende Raketen in Richtung Israel ab. Dort suchten Hunderttausende Menschen Zuflucht in Schutzräumen. Am Donnerstagmorgen heulten in der Hafenstadt Aschdod wieder die Sirenen.

Der militärische Hamas-Arm im Gazastreifen nannte die Tötung von Al-Dschabari eine "Kriegserklärung" und kündigte massive Rache an. Die israelische Armee bezeichnete Al-Dschabari als "Terroristen Nummer eins" im Gazastreifen.

Nach der Eskalation im Nahen Osten haben die Vereinten Nationen vor "möglicherweise katastrophalen Folgen" gewarnt. Die Situation dürfe nicht unterschätzt werden, sagte der UN-Untergeneralsekretär für Politische Fragen, Jeffrey Feltman, am späten Mittwochabend (Ortszeit) in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. UN-Diplomaten berichten, dass große Einigkeit im Rat geherrscht habe und die Lage als höchst bedrohlich eingeschätzt wurde. Palästinenser und Israelis wurden zur Zurückhaltung aufgefordert. Beschlüsse standen nicht zur Debatte.

US-Präsident Barack Obama sicherte Netanjahu seine Unterstützung zu. Obama habe in dem Telefonat bekräftigt, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe, teilte das Weiße Haus in Washington am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Netanjahu solle alles dafür tun, um Todesopfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Beide Politiker seien darin einig, dass die radikal-islamische Hamas ihre Angriffe auf Israel beenden müsse.

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