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Räuber erbeuten Diamanten für 37,4 Millionen Euro
Von Marion Trimborn und Martina Herzog, dpa
Brüssel. Diamantendieben ist am Brüsseler Flughafen ein millionenschwerer Coup gelungen. Die acht schwer bewaffneten Täter trugen Polizeiuniformen und erbeuteten laut Staatsanwaltschaft 120 Päckchen mit Edelsteinen, die gerade in ein Flugzeug mit Ziel Zürich verladen wurden.
Die Täter raubten der Staatsanwaltschaft zufolge 120 Päckchen mit Diamanten. Foto: Str Foto: DPA
Der Wert der Diamanten beläuft sich nach Angaben des Antwerpener Weltzentrums für Diamanten (AWDC) auf rund 50 Millionen Dollar (37,4 Millionen Euro). Das sagte deren Sprecherin der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Die Tat ereignete sich am Montagabend. Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur.
Die Edelsteine stammen aus der flämischen Hafenstadt Antwerpen, dem Zentrum des weltweiten Diamantenhandels. "Es handelt sich vor allem um Rohdiamanten aus Antwerpen", sagte AWDC-Sprecherin Caroline De Wolf der Belga. Über die Adressaten sei nichts bekannt, wahrscheinlich hätten die Diamanten zu einem Käufer gebracht oder im Ausland geschliffen werden sollen. Der Antwerpener Handel ist immer wieder das Ziel von Kriminellen. Der belgische Rundfunk berichtete unter Berufung auf das AWDC, dass unter dem Diebesgut auch Gold sein könnte.
Der minutiös geplante Überfall begann am Montagabend um 19.47 Uhr und dauerte nur fünf Minuten. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag sagte, fuhren zwei schwarze Wagen mit Blaulicht auf das Flughafengelände. Die Täter hätten den Zaun um das Rollfeld genau zwischen zwei Baustellen durchbrochen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ine Van Wymersch. In den Wagen saßen jeweils vier vermummte Männer, schwer bewaffnet mit Maschinengewehren. "Die wollten sich als Polizisten ausgeben", sagte die Sprecherin. Es handle sich um Profis: "Das war eine genau vorbereitete Tat. (..) Das waren professionelle Täter."
Obwohl die Männer schwer bewaffnet waren, seien keine Schüsse gefallen. "Es gab keine Schießerei und niemand wurde verletzt", teilte der Flughafen in einer Stellungnahme mit. Der Überfall geschah genau in dem Moment, als Sicherheitsleute aus dem Werttransporter eines Unternehmens die kostbare Ware in die Maschine einluden. Laut belgischen Medien war ein großer Anbieter von Sicherheitstransporten für den Werttransport zuständig. Dieser wollte den Vorfall nicht kommentieren und verwies auf die Staatsanwaltschaft.
Das Ziel des Flugzeugs war Zürich. Nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur sda handelte es sich um ein Flugzeug der Helvetic Airways, die für Swiss flog. Die Täter griffen zu und verschwanden danach unerkannt in der Dunkelheit. Dem Piloten, Co-Piloten und den Wachleuten des Werttransporters sei nichts passiert, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. An Bord seien Passagiere gewesen, die nichts bemerkt hätten. Der Flug wurde abgesagt.
Der Flughafen Brüssel wies in einer Stellungnahme den Vorwurf zurück, es gebe Sicherheitslücken. "Der Brüsseler Flughafen erfüllt die strengen nationalen und internationalen Sicherheitsstandards", erklärte das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite. "Aber dies war offensichtlich ein bewaffneter Raub einer professionellen Bande." Man werde die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft unterstützen.
Der Flugverkehr wurde nach Angaben des Flughafens nicht gestört. Eines der vermuteten Fluchtautos wurde laut Staatsanwaltschaft später in Zellik in der Nähe von Brüssel gefunden. Nach dem zweiten fahndeten die Beamten am Dienstag ebenso wie nach den Tätern.
Artikel vom 19.02.2013
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