Pentagon bestätigt: Iran schoss auf US-Drohne

Washington.  Zwei iranische Kampfflugzeuge haben nach US-Angaben über dem Persischen Golf eine amerikanische Drohne beschossen. Der unbewaffnete Aufklärer des Typs MQ-1 "Predator" sei auf einem Routineeinsatz gewesen, bestätigte das Pentagon.
Eine ferngesteuerte Predator-Drohne der US-Air Force. Foto: U.S. Air Force/Staff Sgt. Brian Ferguson Foto: DPA

Der Vorfall habe sich am bereits 1. November über internationalen Gewässern ungefähr 30 Kilometer von der iranischen Küste entfernt ereignet. Die Drohne sei nicht getroffen worden und sicher zu ihrem Stützpunkt zurückgekehrt, sagte der Sprecher des Verteidigungsministerium, George Little.

Er sprach vor Journalisten zunächst von lediglich einem beteiligten iranischen Jet, korrigierte die Angaben dann später aber per E-Mail auf zwei Flugzeuge. Die USA gingen von der Annahme aus, dass es Ziel gewesen sei, die Maschine zum Absturz zu bringen, sagte der Sprecher. Sie sei mindestens zweimal beschossen worden und dann auf ihrem Rückflug noch einige Kilometer lang verfolgt worden.

Die USA hätten dem Iran gegenüber ihre Besorgnis über den Vorfall zum Ausdruck gebracht, sagte der Sprecher weiter. Sie hätten auch klar gemacht, dass sie ihre Beobachtungsflüge über internationalen Gewässern fortsetzen würden. Das diene der Sicherheit.

Little sprach von einem bisher einmaligen Vorfall. Fragen von Journalisten, ob es sich um einen "Kriegsakt" handele, wich der Sprecher aus. Er sagte lediglich: "Die USA haben eine weite Bandbreite an Optionen, diplomatisch und militärisch, um unsere militärische Ausrüstung und unsere Streitkräfte in der Region zu schützen. Und wir werden es tun, wenn es notwendig ist."

Der Vorfall war erstmals durch Medienberichte bekanntgeworden. Gefragt, warum das Pentagon ihn nicht selbst publik gemacht habe, antwortete Little: "Wir äußern uns normalerweise nicht über geheime Aufklärungsmissionen."

Der Iran reagierte auf den Bericht zunächst nicht. Die Nachrichtenagentur der Revolutionsgarden Fars meldete lediglich die Stellungnahme des Pentagons.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Drohnenkrise Ende 2011. Am 4. Dezember 2011 war eine "Predator" fast unbeschädigt den Iranern in die Hände gefallen. Teheran sprach zunächst von Abschuss und erklärte später, das unbemannte Flugzeug mit elektronischen Befehlen abgefangen zu haben. Die USA behaupteten, die Drohne sei bei einem Afghanistan-Einsatz außer Kontrolle geraten und nahe der Grenze abgestürzt. Dem Iran zufolge ging sie bei Kaschmar ungefähr 200 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt nieder.

Die MQ-1 "Predator" kann einen ganzen Tag in der Luft bleiben. Sie verfügt über Kameras für Tageslicht, Infrarotkameras für Schlechtwetter- und Nachtsicht sowie ein spezielles Radar, mit dem sehr feine, nahe beieinander liegende Details eines Objekts getrennt und deutlich unterscheidbar abgebildet werden können.

Die USA haben unterdessen am Donnerstag neue Strafmaßnahmen gegen den Iran wegen Zensur verhängt. Sie werfen dem Regime in Teheran unter anderem vor, den Zugang ihrer Bürger zum Internet und zu internationalen Fernsehsendungen drastisch zu behindern.

Wie das US-Finanzministerium mitteilte, richten sich die Sanktionen namentlich gegen das iranische Kulturministerium, das verantwortlich für die Inhaftierung von Journalisten und die Schließung von Zeitungen sei, und gegen den Minister für Informationstechnologie, Reza Taghipour. Betroffen seien außerdem andere Offizielle, "die an den andauernden Versuchen ... beteiligt sind, das iranische Volk zu unterdrücken und mundtot zu machen".

Laut den Sanktionen werden etwaige Vermögenswerte der betroffenen Einzelpersonen oder Firmen in den USA eingefroren. US-Bürger und Firmen dürfen zudem keine Geschäfte mit ihnen betreiben.

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