Papst: Hoffnung auf Frieden nicht aufgeben

Vatikanstadt.  Papst Benedikt XVI. hat sich in seiner Neujahrspredigt im Petersdom gegen Ungleichheit, Egoismus und einen ungeregelten Finanzkapitalismus ausgesprochen.
Papst Benedikt XVI : 'Jedem Menschen ist der Wunsch nach Frieden wesenseigen.' Foto: Alessandro di Meo Foto: DPA

Angesichts solcher Spannungen und zahlreicher Konfliktherde rief der 85-Jährige Pontifex zum Frieden in der Welt auf.

Nach dem traditionellen Gottesdienst am Neujahrsmorgen wurde der Papst von rund 10 000 Gläubigen auf dem Petersplatz begrüßt. Benedikt überbrachte seine Neujahrsgrüße - auch über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Gott, der Herr, segne und beschütze euch in diesem neuen Jahr."

Bei seiner Predigt im Petersdom sagte das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken: "Jedem Menschen ist der Wunsch nach Frieden wesenseigen und deckt sich in gewisser Weise mit dem Wunsch nach einem erfüllten, glücklichen und gut verwirklichten Leben." Er sei überzeugt, "dass die vielfältigen Werke des Friedens, an denen die Welt reich ist, die angeborene Berufung der Menschheit zum Frieden beweisen".

Am 1. Januar 1967 hatte sich Papst Paul VI. erstmals mit einer Friedensbotschaft an die Regierenden in aller Welt gewandt und darin den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, rief dazu auf, nach anderen Wegen der Konfliktlösung als den Einsatz von Waffen zu suchen. "Es muss uns wachrütteln, wenn Rüstungsexporte weltweit ein florierendes Geschäft sind und vielerorts die Ausgaben für das Militär steigen, während viele Millionen Menschen hungern", sagte Zollitsch der Nachrichtenagentur dpa.

"Frieden ist nicht nur eine Aufgabe für Politiker", betonte Zollitsch. "Der Weltfriedenstag ist deshalb eine nachdrückliche Aufforderung an alle Menschen, die persönliche Verantwortung für den Aufbau des Friedens zu erkennen." So solle jeder darüber nachdenken, was er in seinem konkreten Umfeld - in Familie, Nachbarschaft, Schule und Beruf - zur Ausbreitung des Friedens beitragen kann.

Nach einem Friedensmarsch hatten sich Gläubige am Neujahrstag auf dem Platz vor dem Petersdom versammelt und an 18 weltweite Konflikte erinnert - darunter in Syrien, wo seit fast zwei Jahren ein Bürgerkrieg wütet, und in Nigeria, wo die radikalislamische Boko Haram seit 2010 Schätzungen zufolge 1400 Menschen - darunter zahlreiche Christen - getötet hat.

Zum Jahresende hatte Benedikt in seiner Vesper am Montagabend die Gläubigen an das Gute in der Welt erinnert. Er betonte die Notwendigkeit, sich immer wieder vor Augen zu führen und darüber nachzudenken, "dass es trotz allem in der Welt immer noch Gutes gibt". "Zuweilen ist es freilich schwer, diese tiefe Wahrheit zu erfassen, weil das Böse mehr Lärm macht als das Gute", sagte er.

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