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Grausiger Leichenfund in Aleppo
dpa
Istanbul/Beirut. Neue Gräueltat in Syrien: An einem Flussufer in Aleppo haben Aktivisten mindestens 65 Männerleichen entdeckt. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London erklärte, wurden sie offensichtlich hingerichtet.
In einem kleinen Fluss in Aleppo wurden Dutzende Leichen gefunden. Foto: Thomas Rassloff Foto: DPA
Die Opfer seien alle zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen. Die Toten sind in einem Film zu sehen, den die Aktivisten ins Internet gestellt haben. Einigen von ihnen sind die Hände auf den Rücken gefesselt.
Von unabhängiger Seite konnten die Angaben zunächst nicht überprüft werden. Der Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel-Rahman, sagte auf Anfrage, er habe keine Informationen über die Hintergründe der Tat oder die Täter. Er rechnete damit, dass die Zahl der Toten noch weiter steigt: "Wir gehen davon aus, dass noch mehr Leichen im Wasser sind."
Ein Rebellenkommandeur, Abu Omar al-Halabi, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die meisten der bislang identifizierten Toten seien zuvor entführt worden. Ein regimenaher Fernsehsender machte "Terroristen" für den Tod der Männer verantwortlich.
Landesweit dauerten die Kämpfe an - bis zum Abend kamen laut Opposition mindestens 160 Menschen ums Leben. In Ras al-Ain nahe der türkischen Grenze gab es nach Angaben von Aktivisten erneut auch Gefechte zwischen Kurden und Islamisten. Eine Meldung der Aktivisten, wonach eine Kugel aus Syrien einen türkischen Grenzoffizier getötet hat, wurde von offizieller türkischer Seite zunächst nicht bestätigt.
Die internationale Gemeinschaft bemüht sich um finanzielle Hilfe für die Flüchtlinge. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind inzwischen vier Millionen Syrer auf Unterstützung angewiesen. Bei einer Geberkonferenz am Mittwoch in Kuwait sollen deshalb mehr als eine Milliarde Euro gesammelt werden. Ein Drittel der Gelder soll Menschen in Syrien zugute kommen, der Rest den inzwischen fast 700 000 Flüchtlingen in den Nachbarländern.
Die Europäische Union bewilligte am Dienstag weitere 100 Millionen Euro humanitäre Hilfe für Opfer des Bürgerkrieges. Nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel wird die EU die bisherige Hilfszusage von 100 Millionen Euro im Jahr 2012 bei der internationalen Geberkonferenz verdoppeln. Die humanitäre Lage in Syrien sei katastrophal. Das Geld soll über die großen Hilfsorganisationen ausgegeben werden. Die USA versprachen ebenfalls mehr Geld und wollen ihre Hilfen um rund 115 Millionen auf insgesamt etwa 270 Millionen Euro aufstocken.
Bislang hat der seit März 2011 andauernde Konflikt mehr als 60 000 Menschen das Leben gekostet.
Artikel vom 29.01.2013
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