Drama bei Offenburg

Falschfahrer verursacht Horror-Unfall mit sechs Toten

Offenburg.  Ein Geisterfahrer hat bei einem Horror-Unfall auf der Autobahn 5 bei Offenburg fünf Insassen eines Kleinbusses mit in den Tod gerissen. Eine Frau, die helfen wollte, wurde am frühen Sonntagmorgen von einem Auto erfasst und schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte.
Bei dem Verkehrsunfall durch einen Geisterfahrer starben sechs Menschen. Foto: Patrick Seeger Foto: DPA

Vier weitere Menschen wurden leicht verletzt. Die Autobahn zwischen Offenburg und Lahr in Südbaden wurde komplett gesperrt. Der Unfallort im Nebel, an dem insgesamt sechs Menschen starben, sah aus wie ein Schlachtfeld. Überall lagen Leichenteile und Trümmer der Autowracks.

Gegen 6.00 Uhr in der Früh stießen der voll besetzte Minivan, der Richtung Süden fuhr, und der Wagen des Falschfahrers bei dichtem Nebel frontal aufeinander. Die Polizei erklärte, es habe kurz vor dem Unfall Meldungen über einen Geisterfahrer auf der A5 gegeben.

Kurz nach dem Unfall hielt eine Autofahrerin auf dem Seitenstreifen an, um Erste Hilfe zu leisten. Sie wurde aber von einem heranfahrenden Auto überfahren und schwer verletzt. Ein weiterer Wagen sei an dem Folgeunfall beteiligt gewesen, teilte die Polizei mit.

Der Rettungsdienst war mit 22 Helfern und Notärzten sowie sechs Wagen im Einsatz. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren ebenfalls mit zahlreichen Kräften vor Ort. Sachverständige begutachteten im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Unfallstelle, Rechtsmediziner untersuchten die Opfer.

Die A5 wurde in beide Richtungen gesperrt. Die Aufräumarbeiten auf der Fahrbahn Richtung Basel würden wohl den ganzen Tag dauern, erklärte ein Polizeisprecher. Es ist der dritte schwere Verkehrsunfall mit mehreren Toten innerhalb von drei Wochen auf Autobahnen in Baden-Württemberg.

Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen mehrere Tote bei Unfällen durch Geisterfahrer: So starben im Oktober fünf Menschen, als ein 24 Jahre alter Falschfahrer auf der A46 im Sauerland offensichtlich in Selbsttötungsabsicht in ein Auto mit vier Insassen fuhr. Zwei Kinder und ihr Vater starben wenige Tage zuvor beim Zusammenstoß mit einer Geisterfahrerin auf der A1 in Rheinland-Pfalz. Bei einem Unfall in Bayern gab es ebenfalls im Oktober fünf Tote, als eine 31-jährige Mutter mit ihren beiden Töchtern an Bord auf der falschen Spur der A73 nahe Bamberg in ein entgegenkommendes Auto mit zwei Insassen fuhr.

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