Stiftung Warentest warnt

Erste Firma zieht belastete Adventskalender zurück

Berlin.  Nach einem Bericht über schädliche Mineralölrückstände in der Schokolade von Adventskalendern will die Süßwaren- und Feinkostkette Arko bestimmte Produkte zurückrufen. "Wir haben heute den Verkauf des von Stiftung Warentest beanstandeten Kalenders gestoppt", sagte der Arko-Geschäftsführer Torsten Teufert am Montag der dpa.

"Wir nehmen die Untersuchung von Stiftung Warentest sehr ernst. Inwieweit es ein Gefährdungspotenzial gibt, muss sich erst noch zeigen."

Stiftung Warentest hatte in der Schokolade von Adventskalendern Rückstände von schädlichen Mineralölen und ähnlichen Stoffen gefunden. In neun Fällen war die Belastung so hoch, dass die Stiftung Warentest Kinder vor dem Verzehr warnte. Die winzigen Ölreste könnten aus Kartonverpackungen aus recyceltem Altpapier stammen. In jeder der 24 getesteten Schoko-Kalender wurden solche Rückstände entdeckt.

Der Schokoladen-Hersteller Heilemann aus Bayern sagte, die Schokotäfelchen seien ungefährlich. Heilemann-Geschäftsführer Peter Schrage kündigte eine entsprechende Einschätzung der Experten des Bundesverbandes der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) an. Er betonte: "Anders als von der Stiftung Warentest dargestellt, ist der Verzehr der Schokolade aus den Kalendern also unbedenklich."

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Heilemann leitete gleichzeitig eine Laboruntersuchung seiner Schokolade und der Verpackungen ein. "Wir wollen die Ursache für die Rückstände genau eingrenzen und sie sofort beseitigen", sagte Schrage. Das Ergebnis soll in einer Woche vorliegen. Die Firma gehe aber davon aus, dass die Rückstände aus schlechtem Verpackungsmaterial stammten, das ein Lieferant gegen die Absprachen aus Altpapier hergestellt habe.

Die Lindt-Sprecherin Natalie Zagoda sagte: "Wir wurden sehr überrascht von der Studie." Nun prüfe Lindt, was mit dem Kalender passieren soll. Bei Lindt wisse man erst seit Montagmittag Bescheid.

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