Rudolf und Christoph von Borries: "Trauungen würden wir gern sehen"

Angekommen: Rudolf (links) und Christoph von Borries in ihrer neuen Wirkungsstätte, der Bad Godesberger Redoute, die sie im Oktober als Pächter wiedereröffnen wollen.

Angekommen: Rudolf (links) und Christoph von Borries in ihrer neuen Wirkungsstätte, der Bad Godesberger Redoute, die sie im Oktober als Pächter wiedereröffnen wollen.

Am Montag haben Rudolf und Christoph von Borries von der Stadt Bonn die Schlüssel der Redoute übernommen. Als neue Pächter wollen Vater und Sohn im Oktober den Betrieb aufnehmen. Über ihre ersten Eindrücke und die weiteren Pläne sprach mit ihnen Rüdiger Franz.

Bad Godesberg. Am Montag haben Rudolf und Christoph von Borries von der Stadt Bonn die Schlüssel der Redoute übernommen. Als neue Pächter wollen Vater und Sohn im Oktober den Betrieb aufnehmen. Über ihre ersten Eindrücke und die weiteren Pläne sprach mit ihnen Rüdiger Franz.

General-Anzeiger: Willkommen in Bad Godesberg, wie ist Ihr erster Eindruck vom Stadtbezirk?

Rudolf von Borries: Godesberg ist ein fantastischer "Place to be" mit hoher Lebensqualität. Die Aufnahme ist überaus herzlich. Wir freuen uns dabei zu sein.

GA: Wie wirkt Bonn insgesamt eigentlich auf Kölner?

Christoph von Borries: Die Städte liegen ja nun nicht so weit auseinander, dass es zu bedeutenden kulturellen Unterschieden kommen könnte. Aber dem "Kölner" ist doch Bonn sympathischer als die Nachbarn aus dem "befreundeten Ausland" im Norden.

GA: Welches persönliche Verhältnis haben Sie zu Bonn?

Rudolf von Borries: Ich bin ja eigentlich mehr Bonner als Kölner. Zwar nicht in Bonn geboren, bin ich doch in Bonn auf dem Venusberg herangewachsen und habe in Bonn eine wunderbare Jugend erlebt. Auch mein Abitur habe ich auf dem Friedrich-Ebert-Gymnasium gemacht. Meine betagten Eltern sowie meine Geschwister wohnen nach wie vor mit ihren Familien in Bonn. Bonn hat einen sehr hohen Lebenswert, sehr angenehm. Man kann sich in Bonn nur wohl fühlen.

Christoph von Borries: Ich bin zwar nicht in Bonn groß geworden, aber durch die viele Verwandtschaft in Bonn habe ich doch eine sehr schöne Beziehung zu der Stadt.

GA: Wie funktioniert bislang die Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn?

Christoph von Borries: Ungewöhnlich gut, uns sind nur nette und freundliche Menschen begegnet. Von allen Seiten erfahren wir Hilfsbereitschaft. Ein schönes und ungewöhnliches Erlebnis. Es ist erstaunlich zu erleben, dass überall nach Lösungen gesucht wird und nicht Hindernisse aufgebaut werden.

GA: Was gefällt Ihnen an Bad Godesberg besonders gut, und was gefällt Ihnen gar nicht?

Rudolf von Borries: Godesberg ist insgesamt wohltuend für Leib und Seele. Das Einkaufszentrum unterhalb der Burg erscheint ein wenig als Fremdkörper und würde heute sehr wahrscheinlich in dieser Form auch nicht mehr realisiert werden.

GA: Was fasziniert Sie gerade an der Redoute besonders?

Christoph von Borries: Der wunderschöne historische Bau ohne nennenswerte Kriegsschäden in dem ebenso attraktiven Park ist ein einmaliges Juwel. Er passt perfekt in unsere Philosophie, nur Objekte mit ausgeprägten Alleinstellungsmerkmalen zu betreiben. In ihm und mit ihm arbeiten zu dürfen ist eine große Herausforderung, der wir uns gerne stellen. In so einem schönen Haus arbeiten zu dürfen ist eine besondere Motivation!

GA: Welche Akzente - im räumlichen und gastronomischen Konzept - werden Sie setzen? Was wird anders als bisher?

Rudolf von Borries: Bei diesem herrlichen Objekt geht es nicht darum, räumliche Akzente zu setzen. Die Räume setzen die Akzente, auf die wir uns einstellen und die wir mit einem dazu passenden Szenario bespielen wollen. Das Redüttchen ist da etwas anders zu sehen. Hier ist die Zeit darüber hinweg gegangen, und wir wollen sowohl gestalterische als auch gastronomisch neue Akzente setzen.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit und der regionalen Ursprünge möglichst vieler Produkte soll im Mittelpunkt stehen. Unser erklärtes Ziel ist es, Redoute und Redüttchen zu dem zu machen, was beide jahrzehntelang waren: der gesellige Mittelpunkt von Bonn-Bad Godesberg.

GA: Worin soll Ihre persönliche Note bestehen?

Christoph von Borries: Persönliches Engagement und Dienst an den Gästen auf hohem Niveau.

GA: In welchem Umfang und in welcher Art werden Sie mit Akteuren der Region zusammenarbeiten?

Rudolf von Borries: All business is local - das sehen wir auch so!! Natürlich werden wir versuchen, unsere Mitarbeiter möglichst aus dem Bonner Raum zu rekrutieren. In keinem Fall wird die Redoute aus Köln ferngesteuert. Die Leitungsfunktionen werden ganz sicher vor Ort leben und arbeiten. Sie müssen mit den Bonner Bürgern bekannt werden und möglichst viele Kontakte knüpfen. Soweit sinnvoll und möglich, werden wir alles, was wir benötigen, aus dem engen Umfeld beziehen.

GA: Ihr Wunschtraum: Welche Veranstaltung würden Sie gern einmal in der Redoute beherbergen?

Christoph von Borries: Es gibt wohl kaum "die eine" Veranstaltung die wir uns wünschen, denn wir sehen das genau wie unsere Gäste: Immer die eine, aktuelle Veranstaltung ist für uns die wichtigste! Aber am schönsten ist es, wenn unsere Gäste uns fordern und wir uns auf der ganzen Linie beweisen dürfen.

GA: Es besteht in Bad Godesberg der Wunsch, die Redoute auch für Trauungen nutzen zu können. Was sagen Sie dazu?

Rudolf von Borries: Trauungen in der Redoute würden wir sehr gerne sehen. Wir sind zu dem Thema schon vorsorglich beim Bonner Standesamt vorstellig geworden. Bislang steht eine Entscheidung noch aus.

Zur Person

Rudolf von Borries wurde vor 69 Jahren in Prag geboren, wuchs in Bayern und in Bonn auf und studierte in Berlin. Der promovierte Wirtschaftsingenieur ist seit 1979 der Gastronomie verbunden und führt seit 2003 in Eigenregie die Kölner Wolkenburg. Sein Sohn Christoph von Borries, eines von insgesamt drei Kindern, ist gelernter Bankkaufmann, arbeitete viele Jahre in der Fernsehproduktion und verfügt seit früher Jugend über Gastronomieerfahrungen. Der 42-Jährige stieg vor einem Jahr ins väterliche Geschäft ein und hat einen Sohn.