Kommentar

Streit in der AfD - Entscheidungsschlacht

Die Alternative für Deutschland (AfD) macht ihrem Namen derzeit keine Ehre.

Denn Tag für Tag stellt sie sich als mindestens zwei Alternativen vor: die bürgerlich-demokratische und die rechtskonservative, tendenziell extremistische, was mit "NPD-light" schon wieder zu höflich umschrieben wird. Angesichts dieser Lage ist die Rechnung für die Alternative wiederum ganz einfach und gleichzeitig gefährlich.

Eine kleine Partei, die Sammelbecken der von den Volksparteien enttäuschten Bürger sein will, riskiert ihre Existenz, wenn sie sich in zwei Lager spaltet. Aber es muss sein.

Die Selbstzerfleischung der AfD zu sehen, ist das eine, sich darüber zu freuen, das andere. Denn die Bürger, die sie anspricht, gäbe es ja weiterhin, auch wenn die Partei unterginge. Dennoch hat AfD-Gründer und -Chef Bernd Lucke Recht: Er muss sich von den Rechtsaußenkräften trennen, will die Partei eine demokratische Zukunft haben. Luckes Motiv mag auch im Erhalt der eigenen Machtposition liegen, aber sein Ziel ist alternativlos.

So wie bisher kann es nicht weitergehen. Eine Partei, die nur noch durch den Streit in ihrer Führung von sich reden macht, verschreckt letztlich all ihre Wähler. Gestern wurde dem Thüringer Landeschef die Entmachtung angedroht, gleichzeitig erklärte einer der Bundeschefs, ohne Lucke sei die AfD nicht überlebensfähig. Das ist ein derartiges Durcheinander, dass jetzt tatsächlich, militärisch gesprochen, die Entscheidungsschlacht notwendig ist. Und wenn hier nur das alte Sprichwort gilt: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.