Kommentar

Streiks bei der Lufthansa - Verhandeln

Verdi lässt die Muskeln spielen. Der am Montag von der Gewerkschaft ausgerufene Warnstreik des Bodenpersonals hat fast den kompletten Flugverkehr der Lufthansa in Europa zum Erliegen gebracht.

Bei der Fluglinie mit dem Kranich brodelt es aber auch gewaltig, so dass die Mitarbeiter um so bereitwilliger in den Arbeitskampf ziehen. Lufthansa will sparen, weil der Konzern einerseits Fluggäste an Billigflieger verliert. Andererseits gewinnen Airlines im Nahen und Fernen Osten mit erweitertem Komfortangebot Kunden.

Das sind oft Geschäftskunden in der Ersten oder in der Business Klasse, an denen Fluggesellschaften gut verdienen. Hier muss Lufthansa aufholen und investieren. Das Geld dafür bei den Mitarbeitern einzusammeln, ist aber keine gute Idee . In der Verwaltung werden schon Stellen gestrichen.

Mitarbeiter in der Kölner Zentrale etwa verlieren ihren Job, weil ihre Arbeit bald in Polen erledigt wird oder ihre Stellen gen Frankfurt wandern, sie selbst aber nicht umziehen können. Dass sie sich gegen ein Angebot wehren, das auch noch zu einen Reallohnverzicht führt, ist nur verständlich.

Zumal Lufthansa Jobgarantien bislang nur gegen längere Arbeitszeiten gewähren will. Da sollte Lufthansa auf die Gewerkschaft zugehen, die andererseits ihre Lohnforderung herunterschrauben kann. Im Sinne der Fluggäste und mit Blick auf den Ruf des Unternehmens sollten Kompromisslinien jetzt schnell am Verhandlungstisch ausgelotet werden.