Kommentar

Sparpläne bei der Polizei - Mädchen für alles?

DÜSSELDORF. Die Kriminalität steigt, der Sparzwang auch. NRW kann es sich nicht länger erlauben, dass Beamte im Verwaltungskram ersticken, während für wirkliche Polizeiarbeit keine Zeit bleibt. Die Polizeibehörden müssen grundlegend reformiert werden - mit dem Ziel, wieder mehr Beamte aus dem Innendienst zurück auf die Straße zu bringen.

Natürlich setzt die Überalterung der Polizei den Umbauplänen Grenzen: Jeder zweite Uniformierte in NRW ist älter als 50 Jahre. Wenn der Innenminister ab 2017 jährlich 100 Millionen Euro einsparen muss, muss er alles auf den Prüfstand stellen. Nicht nur exotischen Fortbildungsangeboten droht das Aus.

Auch die Bündelung von Polizeibehörden wird wieder ein Thema werden. Das Berufsbild vom Polizisten als "Mädchen für alles" wird und muss sich wandeln. Gut ausgebildete Polizeibeamte müssen sich im Kampf gegen Bandenkriminalität auf die Ermittlungsarbeit konzentrieren. Nicht aufs Eintippen in diverse EDV-Programme. Mit einer kleinen Organisationsreform ist es da nicht getan. Minister Jäger wird alte Zöpfe abschneiden müssen - gegen Widerstände.

Die Belastung der Polizei durch Fußball-Hooligans hat die Diskussion über die Aufgaben der Polizei beflügelt. Müssen beim Blitzer-Marathon wirklich Polizisten tätig sein? Oder könnten das auch kommunale Ordnungskräfte? Wenn das Geld für mehr Polizisten fehlt, müssen Einsatzfelder neu definiert werden. Jägers zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren ist nicht die Organisation von Blitzer-Marathons, sondern die Neuausrichtung der Polizeiarbeit.