Kommentar

Simbabwe - Wahl in Bankrottistan

Die Euphorie war groß, als 1980 aus dem rassistischen Siedlerstaat Rhodesien das unabhängige Simbabwe wurde. Nicht nur notorische Schwarmgeister glaubten damals an eine Demokratie im Wohlstand.

"Das Beste an Simbabwe sind die Vitalität, der Optimismus und die Entschlossenheit seiner Menschen", schrieb in jenen Tagen die Schriftstellerin Doris Lessing über das afrikanische Land ihrer Kindheit. Von dieser Aufbruchstimmung ist nichts geblieben. Entschlossen sind allein Präsident Robert Mugabe und seine Clique: Sie wollen auch nach dieser Wahl mit allen Mitteln an den Fleischtöpfen bleiben.

Simbabwe zeigt exemplarisch, dass Afrikas Krisen hausgemacht sind. Sie entspringen in erster Linie eigenen Fehlleistungen. Mugabe liefert das beste Anschauungsmaterial dafür, wie eng Rassismus, Demokratieverlust und Unterentwicklung verwoben sind. Simbabwe ist durch diesen wirren Greis zu einem tragischen Beispiel für verfaulte Herrschaft geworden.

Einst war es eine ziemlich wohlhabende Nation mit guten Zukunftsaussichten, aber längst ist das Land bankrott, gesetzlos und hat eine verarmte Bevölkerung. Mugabe gehört isoliert. Dabei müsste Südafrika die Führung übernehmen. Aber Präsident Jacob Zuma bewegt sich unschlüssig hin und her; auch vom Rest des Kontinents ist nichts zu erwarten.

So bleibt Simbabwe ein Land, in dem sich politisches Verbrechen lohnt. Nun hat Mugabe versprochen, eine Wahlniederlage tatsächlich auch zu akzeptieren und in diesem Fall zurückzutreten. Die Gefahr für ihn ist nicht freilich sehr groß, denn seine Fälscher haben gut vorgesorgt.