Zu Ehe-Annullierungen

Scheidung katholisch

Papst Franziskus

Hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, einfachere Regeln für Ehe-Annullierungen anzustreben: Papst Franziskus. Foto: Maurizio Brambatti/Archiv

Rom. Die Familiensynode im Vatikan steht unmittelbar vor der Tür. Ein zweites Mal innerhalb kurzer Zeit wollen ab 4. Oktober die Bischöfe über Fragen der Familie diskutieren. Dazu zählen auch strittige Themen wie die Sakramente für Gläubige, die ein zweites Mal heiraten, oder eine sogenannte Willkommenskultur für Homosexuelle.

Mit seiner Reform der kirchlichen Ehenichtigkeitsverfahren hat Papst Franziskus nun auch den letzten Zweiflern klar gemacht, welchen Kurs er für die katholische Kirche bevorzugt. Er lautet: weniger Dogma, mehr Verständnis für die Wahrheiten der modernen Welt.

Der Papst hat sich über die Bedenken nicht weniger Bischöfe hinweggesetzt, indem er ein Schnellverfahren zur Feststellung der Nichtigkeit einer Ehe unter Vorsitz des Ortsbischofs einführt. So ein Schnellverfahren ist gewiss ein Gewinn für Katholiken, die ein zweites Mal heiraten möchten oder sich auseinandergelebt haben.

Das Dogma der Unauflöslichkeit der katholischen Ehe wird bei einer Eiluntersuchung durch eine einzige Person jedoch durchaus strapaziert. Der Eindruck, dass die Kirche ihren eigenen strengen Maßstäben immer weniger gewachsen ist und sich auf eine "Scheidung auf katholisch" zubewegt, ist nicht ganz abwegig.

Im Hinblick auf die Familiensynode sind die konservativen Bischöfe nun gewarnt. Papst Franziskus wird seinen eigenen Weg gehen, auch gegen Widerstände. Dass es erheblichen Einspruch gegen die Einführung eines Schnellverfahrens gab, hat Franziskus in seiner Entscheidung nicht gehemmt.