Russlands Auslandseinsätzen - Krieger Putin

Prima, dass es Wladimir Putin gibt. Einer, der nicht lange fackelt. Man stelle sich vor, Angela Merkel schlägt montags den UN eine Kriegskoalition gegen den Terrorismus im Nahen Osten vor (ohne dass wirklich jemand reagiert), donnerstags früh aber bewilligt der Bundestag einen Auslandseinsatz der Streitkräfte, nachmittags bombardiert die deutsche Luftwaffe schon Ziele in Syrien.

Für Derartiges sind europäische Politiker bekanntlich viel zu zahm. Jetzt aber dürfen linke und rechte Wutbürger vor Begeisterung den Atem anhalten. Endlich, Putin, der Russe, zeigt, wo es langgeht. Was, sein erster Luftangriff soll ein paar Dutzend Zivilisten erwischt haben, Frauen und Kinder? Na und?

Er hat ja durchblicken lassen, er werde unser Flüchtlingsproblem lösen. Und die paar Dutzend Tote werden hundertprozentig nicht mehr auf Bahnhöfen in Wien oder München auftauchen. Putin hat versprochen, er werde mit den Halsabschneidern des Islamistischen Staates abrechnen.

Da stört es kaum jemanden, dass er unbedingt gemeinsame Sache mit dem syrischen Staatschef Assad machen will. Dessen Flieger haben mit ihren Fassbomben 20 Mal mehr Zivilisten getötet als die IS-Gangster. Macht nichts, jetzt kommt die russische Luftwaffe.

Halb Russland freut sich mit den eigenen Kampfpiloten. Denn die mussten bei Russlands jüngstem Feldzug in der Ukraine leider zuschauen, weil sie sich schlecht als rebellierende Bergarbeiter verkleiden konnten. Aber jetzt ist es wenigstens vorbei mit dem lästigen Versteckspiel eines Krieges unter dem Teppich.