Kommentar

Großflughafen BER startet noch später - Versuch und Irrtum

Terminlotto gibt es nur in Berlin. Genügend Stoff für eine künftige Quizsendung, in der eine Frage auf dem Weg zur Million lauten könnte: An welchem Datum eröffnete der neue Großflughafen Berlin Brandenburg (BER)?

War es der 30. Oktober 2011, der 3. Juni 2012, der 17. März 2013 oder der 27. Oktober 2013? Vielleicht hätten auch die Flughafenverantwortlichen inklusive der Mitglieder des Aufsichtsrates der Betreibergesellschaft gerne einen 50:50 Joker zur Hand. Zur Minimierung der Risiken und Nebenwirkungen einer Pleite.

Denn wer weiß, wer weiß, vielleicht wird aus dem nächsten, dem mittlerweile vierten (!) avisierten Eröffnungstermin im Oktober nächsten Jahres, doch noch ein schöner Frühlingstag des Jahres 2014. Am Flughafen BER ist nichts mehr unmöglich.

Dass professionelle Dilettanten, selbst bei einem hochkomplexen Unternehmen wie einem Flughafenbau mit seinen Zehntausenden Details, ihr Versagen derart perfektionieren, hatte niemand erwartet.

etzt sind Planer, Flughafenverantwortliche und die Männer von der Aufsicht, Klaus Wowereit (Berlin), Matthias Platzeck (Brandenburg) und Peter Ramsauer (Bund), in der Pflicht, endlich saubere Arbeit abzuliefern. Diesen vierten Starttermin dürfen sie nicht auch noch versemmeln. Oder alle drei müssen gehen.

Für eine derartige Panne gäbe es keine Ausrede dieser Welt mehr. Der jetzige Ausfall ist schon teuer genug. Die Mehrkosten: 1,2 Milliarden Euro. Wer das zahlt? Natürlich der Steuerzahler. Es kostet ja sonst nix.