Schließung des Lemmerz-Freibades

Großer Verlust

Königswinter. Selten wird ein Haushaltsplan für so viel Diskussionsstoff sorgen wie der gestern vorgelegte Entwurf für 2016. Nach acht Jahren der Diskussion über die Königswinterer Bäderlandschaft und zwei gescheiterten Ausschreibungsverfahren liegt nun erstmals der konkrete Vorschlag auf dem Tisch, das Freibad ab sofort zu schließen.

Wenn die Politik zustimmt, würde eines der schönstgelegenen Bäder der Region damit nach 63 Jahren seine Pforten schließen. Es ist auch das einzige Bad weit und breit mit acht 50-Meter-Bahnen. Man mag sich nicht ausdenken, was Ehrenbürger Paul Lemmerz dazu sagen würde, der das Bad der Stadt im Jahr 1953 gestiftet hat.

Ein Vierteljahrhundert später schenkte er seiner Kommune zusätzlich das Hallenbad. Die Eröffnung im Jahr 1978 erlebte er damals nicht mehr mit, da er bereits ein Jahr vorher verstarb.

Königswinter hat sich in der Vergangenheit trotz seiner angespannten Haushaltslage einen gewissen "Luxus" geleistet, den sich nur wenige Städte vergleichbarer Größe erlauben. Dabei ist das Freibad, aber noch mehr das beliebte Hallenbad ein Magnet für Badegäste weit über die Stadtgrenzen hinaus. Was aber finanziell wenig bringt, denn den Großteil der Kosten tragen die Königswinterer Bürger alleine.

Die Schließung des Freibades würde auch die Diskussion über den Bau eines Kombibades weiter befeuern. Für die Befürworter einer Sanierung des alten Hallenbades dürfte es aber ein weiterer Rückschlag sein.