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Griechenland Krise - Ende der Ausreden

Der Eurogruppe ist der Geduldsfaden gerissen. Zu Recht. Der Ernst der Lage scheint der neuen griechischen Regierung offenbar noch immer nicht bewusst zu sein.

Jetzt ist sie am Zug - und muss handeln, will sie nicht auch noch das Vertrauen des eigenen Volkes verspielen. Denn das stürmt seit Tagen die heimischen Banken. Offenbar trauen selbst die Hellenen ihrem neugewählten Schatzmeister nicht mehr zu, eine Lösung mit den europäischen Geldgebern zu finden. Das geplatzte Treffen in Brüssel wird die Ängste noch befeuern.

Gianis Varoufakis und Alexis Tsipras sind in eine Zwangslage geraten, die sie vermeiden wollten. Denn viel Handlungsspielraum lässt man ihnen mit der gesetzten Frist bis Freitag nicht. Doch diesmal können sie niemanden für ihre Misere verantwortlich machen. Dass man ihnen die Pistole auf die Brust setzt, ist das Resultat der eigenen Verzögerungstaktik.

Stattdessen muss Varoufakis entscheidende Fragen beantworten. Welche Alternativen bietet er den "Institutionen" für die unerwünschten Reformen? Wie will er das Vertrauen das Kapitalmarkts in sein Land noch retten? Wie will er wieder Investoren ins Land bringen? Mit der Umsetzung teurer Wahlversprechen ohne Rücksprache mit den "Institutionen" hat sich Athen den Ärger und das Unverständnis der europäischen Geldgeber zugezogen.

Nur wenn Griechenland sich wieder als verlässlich in der Umsetzung der notwendigen Reformen erweist, wird man überhaupt über eine Verlängerung des Hilfsprogramms nachdenken. Jetzt bleiben weder für Varoufakis noch für Tsipras Ausreden. Sie müssen handeln.