Kommentar

Extremismus-Studie - Erschreckend

BERLIN. Es ist nur eine Studie unter vielen. Aber sie bestätigt einen seit langem bestehenden Trend. Vor allem im Osten Deutschlands lebt eine große Anzahl von Menschen mit einem rechtsextremen Weltbild.

Das ist einmal wegen der deutlichen Steigerung der Zahl der Rechtradikalen in der Gesellschaft eine echte Bedrohung. Beängstigend ist auch die Tatsache, wie leicht es den Rechten in den ostdeutschen Ländern gemacht wird, in die bestehenden Sozialstrukturen einzubrechen, Jugendliche ohne wirtschaftliche Perspektive um sich zu scharen oder mit Rentnern spazieren zu gehen.

Die braunen Extremisten haben sich scheinbar entpolitisiert. Auch wenn es sich in den Wahlergebnissen noch nicht flächendeckend dokumentiert, bleibt doch die Besorgnis über das wachsende rechte Nachwuchs-Potenzial. Der Kampf um die sozialen Brennpunkte gegen die Rechtsextremisten führt zum Kern der Kontroverse.

Eins wird deutlich: Die Auseinandersetzung muss mehr sein als die gebetsmühlenartige Beschäftigung mit der Frage eines NPD-Verbotes. Der Streit um den gnadenlosen Terror der NSU-Morde ersetzt nicht die Debatte um bessere Ausstattung von Jugendhäusern oder Bibliotheken, die die Beeinflussung der Jugendlichen durch rechte Chaoten zumindest einschränken würden.

Gerade die jüngeren Menschen sollten lernen, dass Ausländerfeindlichkeit auf deutschem Boden keinen Platz hat. Dies ist ein durchaus langer und dorniger Weg. Und er kostet Geld.