Kommentar

Energiewende - Handlungsbedarf

Die Energiewende in Deutschland ist bisher ein Riesenerfolg. Mehr als ein Viertel des Stroms kommt inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird die Bundesregierung das Ziel von 30 Prozent Ökostrom bis zum Jahr 2020 locker erreichen.

Ein Erfolg für die Umwelt, weil der Ökostrom tendenziell den Ausstoß von Kohlendioxid dämpft.

Die Energiewende in Deutschland ist zugleich aber auch ein Riesendesaster. Die milliardenteure Förderung der Ökoenergie treibt die Kosten unerbittlich nach oben und macht die Stromrechnung für immer mehr Verbraucher unbezahlbar. Die Förderlast ist auch ungerecht verteilt, weil Großverbraucher per Gesetz von den Abgaben befreit sind.

Die massiven Subventionen für Solarstrom freuen vor allem chinesische Anbieter. Ihr Anteil auf deutschen Dächern liegt inzwischen bei rund 80 Prozent. Wenn Unternehmen aus Fernost deutsche Pleitefirmen günstig aufkaufen, gelangt schließlich teuer geförderte deutsche Technologie zu Ramschpreisen in die Hände der Konkurrenz.

Als wäre das nicht genug, wackelt auch noch die Stromversorgung. Die Netze sind überlastet, der Ausbau stockt. In neue Gas- oder Kohlekraftwerke will niemand investieren, weil sie nur selten in Betrieb sein dürfen.

Keine Frage, bei der Energiewende besteht Handlungsbedarf. Der ökologische Erfolg darf nicht in einer ökonomischen Katastrophe enden. Die Sicherheit der Stromversorgung, der Energiestandort Deutschland und nicht zuletzt viele Arbeitsplätze bei Solarworld und anderen deutschen Firmen stehen auf dem Spiel.