Kommentar zur Poliklinik

Eklatante Fehler

Das Luftbild zeigt das bestehende Areal der ehemaligen Poliklinik zwischen Wilhelmstraße (oben), Wilhelmsplatz (oben links) und Annagraben (unten).

Das Luftbild zeigt das bestehende Areal der ehemaligen Poliklinik zwischen Wilhelmstraße (oben), Wilhelmsplatz (oben links) und Annagraben (unten).

Bonn. Das Management der Stadt im Bezug auf die Poliklinik offenbart einige Fehler, findet GA-Redakteur Philipp Königs. Nun müssen schnell andere Lösungen her, um gegebene Versprechen halten zu können.

Die Politiker im Sozialausschuss waren baff, als Sozialdezernentin Carolin Krause verkündete, dass die Uniklinik auf dem Gelände der früheren Poliklinik Eigenbedarf anmeldet. Die Reaktion ist nur zu verständlich. Die Bürgerinformationen, bei denen sich Verwaltung und Politik von einigen Anwohnern harsche Vorwürfe für ihre Pläne anhören durften, waren für die Katz. Ihre Kraft und Energie, den geplanten 100-prozentigen sozialen Wohnungsbau und die Zusammenlegung zweier Drogenambulanzen zu verteidigen, waren vergebens investiert.

Das Management der Stadt bei diesem Projekt offenbart eklatante Fehler. Natürlich schwebte über dem Plan immer die Sorge, die Uniklinik könnte es sich anders überlegen. Aber die Zusammenlegung der Drogenambulanzen erzeugte große Reibungen zwischen Stadt und einigen Anwohnern. Dass die Stadt erst kürzlich ihre Einschätzung mitteilte, eine solche Zusammenlegung sei aus baurechtlichen Gründen gar nicht möglich, dafür fehlen einem die Worte.

Nun muss OB Sridharan schnell ein Ersatzgrundstück benennen, auf dem geförderter Wohnraum verwirklicht werden kann. Er hat den geplanten Hotelneubau am Erzbergerufer nur unter der Prämisse durchsetzen können, dass an anderer Stelle Sozialwohnungen entstehen. Dieses Versprechen steht ebenso im Raum wie die Zusicherung, das Geld aus dem Grundstücksverkauf am Rheinufer für geförderte Wohnungen zu verwenden.