Kommentar

EU-Grenzen für Banker-Boni: Deckel drauf

BRÜSSEL. Die EU macht den Deckel drauf. Bonuszahlungen für Spitzen-Banker, die teilweise astronomische Höhen erreicht hatten, wird es bald nicht mehr geben. Das bringt aber nur deshalb etwas, weil die EU-Partner ein eigentlich selbstverständliches Prinzip wieder in Erinnerung rufen: Erfolgshonorare sollten an Erfolg gekoppelt sein.

Dass Manager, die ein Institut in den Abgrund gewirtschaftet haben, dann auch noch mit Zusatzvergütungen belohnt werden, muss der Vergangenheit angehören. Insofern ist die Deckelung zwar richtig, aber noch weitaus disziplinierender wäre es, die Ausschüttung tatsächlich vom Geschäftserfolg abhängig zu machen. Dass dieses Modell nun noch nachgereicht wird, wiegt schwerer als die Frage, in welchem Verhältnis man Boni an das Grundgehalt bindet. Und deshalb ist der Widerstand der Finanzwirtschaft, die schon von einer Erhöhungswelle der normalen Einkommen spricht, ziemlich daneben. Schließlich sollte die Wiederentdeckung der Verantwortung und Haftung von führenden Bankern für ihr Haus sehr wohl im Sinne der Institute selbst sein. Bisher führen die Funktionäre der Verbände da einen reichlich unseriösen Kampf gegen die Pläne der EU.

Tatsächlich aber sind die Zusatzvergütungen das kleinste Kapitel in dem Beschluss zur Sicherung der Geldhäuser. So wichtig die Boni-Frage auch sein mag, bedeutsamer sind die nunmehr verordneten Regelungen für eine bessere Ausstattung mit Eigenkapital.