Kommentar

Die Razzien gegen Salafisten - Friedrichs harte Hand

Ihr Ziel: der Umsturz. Radikale Salafisten wollen einen anderen Staat, eine andere Verfassung und eine andere Gesellschaft. Sie streben das Diktat ihrer kompromisslosen Interpretation des Koran an, kurzum einen Gottesstaat.

Die Toleranz radikaler Salafisten gegen Menschen anderen Glaubens und westlicher Lebensart: Null. Mehr noch: Selbst Mordpläne gehören offenbar zu ihrem Repertoire, wenn es darum geht, politische Gegner oder missliebige Kritiker aus dem Weg zu räumen. Die Antwort des Staates auf die Radikalausleger des Islam, die in großem Stil Gratisexemplare des Koran in deutschen Fußgängerzonen verteilt haben, kann gleichfalls nur lauten: Null Toleranz.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat bei seinen bisherigen Auftritten in der Deutschen Islam-Konferenz wenig glücklich agiert und mit Aussagen, wonach die Muslime, nicht aber der Islam zu Deutschland gehörten, integrationswillige oder bereits integrierte Muslime irritiert. Doch die Debatte über Leitkultur führt an dieser Stelle nicht weiter. Denn Friedrich handelt richtig, wenn er jetzt mehrere besonders radikale Islam-Vereinigungen verbietet.

Religionsfreiheit ist ein Merkmal einer demokratischen Verfassung. Die salafistischen Extremisten wollen diesen Freiraum nutzen, um die Scharia, das islamische Recht, auch bei uns durchzusetzen. Weil die Religionsfanatiker die Worte "Toleranz" und "Freiheit" nicht buchstabieren können, bleibt tatsächlich nur eines: Der Staat muss ihnen jeden Meter ihrer falsch verstandenen Freiheit nehmen.