Kommentar

Die Pleite am Nürburgring - Suche nach Kapital

Wer schlägt noch Kapital aus der Pleite am Nürburgring? Unter diesem Motto wird derzeit am Ring gekämpft. Schon heute steht fest, dass der rheinland-pfälzische Steuerzahler der größte Verlierer sein wird.

Offenbar befürchten nun aber auch die privaten Betreiber, dass sie im Sog der Pleite der weitgehend landeseigenen Besitzgesellschaft ebenfalls Federn lassen müssen. Nicht anders ist zu deuten, dass Jörg Lindner und Kai Richter unter Verweis auf 2300 Baumängel die Pachtzahlungen gestoppt haben, dass sie aber auch deutlich gemacht haben, den Ring bis zum Jahr 2040 nicht verlassen zu wollen.

Dabei hatten sie in den Verhandlungen mit dem Land schon Signale gegeben, dass sie bereits im Herbst das Feld in der Eifel räumen könnten. Lindner und Richter sind Unternehmer, denen es darum geht, am Ring effektiv und rentabel zu wirtschaften. Das ist ihr Geschäft und das ist ihnen nicht vorzuwerfen.

Im Zuge der Insolvenz müssen sie aber nun ihre Strategie ändern, wollen sie vom Kuchen noch etwas abbekommen. Die dürfte jetzt lauten: Konfrontation statt Kompromiss. Kurt Beck macht derweil auf seiner Sommertour das, was er am liebsten tut: Auf die Menschen zugehen, Hände schütteln und den Bürgern vermitteln, dass er bei allem, was sie freut und bedrückt, an ihrer Seite steht.

Für den Ministerpräsidenten selbst ist das sicherlich auch eine Art Therapie nach der bitteren Pleite am Ring. Doch er wird nicht darauf hoffen können, dass sie nachhaltige Wirkung hat. Dafür wird schon die Opposition sorgen, die politisches Kapital aus der Pleite schlagen will.