Kommentar zu gefördertem Wohnbau in Bornheim

Das ist zu wenig

Bornheim wächst durch Neubaugebiete wie "Zur Bornheimer Windmühle". Doch der geförderte Wohnbau hält nicht Schritt. Vielen sind die verlangten Mieten zu hoch.

Bornheim wächst durch Neubaugebiete wie "Zur Bornheimer Windmühle". Doch der geförderte Wohnbau hält nicht Schritt. Vielen sind die verlangten Mieten zu hoch.

Bornheim. Mit großer Mehrheit hat der Ausschuss für Stadtentwicklung eine Handlungsanweisung für die Bornheimer Stadtverwaltung auf den Weg gebracht. Generell soll „der geförderte Wohnungsbau bei der weiteren Baulandentwicklung berücksichtigt werden“, heißt es in dem Beschluss.

Der geförderte Wohnbau hat ein echtes Imageproblem. Wer den Begriff – oder noch mehr die Bezeichnung „sozialer Wohnbau“ – hört, denkt meist direkt an triste Hochhausblöcke, die rasch zu einem sozialen Brennpunkt werden. Sicher: Solche Effekte hat es gegeben und wird es vermutlich auch weiterhin geben. Geförderter Wohnbau ist aber vielmehr. Er ist auch eine Chance, preisgünstige Wohnungen für Senioren, Alleinstehende oder junge Familien zu schaffen – in schönen, modernen Häusern. Wer den Wohnungsmarkt studiert, weiß, wie dringend das benötigt wird – und zwar nicht nur in Bonn oder Köln, sondern auch in Bornheim. Sicher nicht in dem Maße wie in den Großstädten, doch auch im Vorgebirge wird der Markt immer angespannter.

In dieser Hinsicht ist der von der Bornheimer Politik nun verabschiedete Grundsatzbeschluss kein großer Wurf. Die Formulierung, dass „der geförderte Wohnungsbau [...] berücksichtigt werden soll“, ist viel zu schwammig; der Auftrag an die Verwaltung, mit Investoren zu verhandeln, ist wiederum viel zu unkonkret. Man darf gespannt sein, was bei künftigen Verhandlungen herauskommt. Eine feste Quote – ob nun 15, 20 oder 30 Prozent – gäbe der Stadt ein viel stärkeres Instrument gegenüber Investoren. Wenn eine solche Quote dann für alle Neubaugebiete gilt, verringert das die Gefahr, dass sich geförderter Wohnraum in einem Stadtteil konzentriert. In der Tat kann eine solche Konzentration die Ab- beziehungsweise Ausgrenzung von Menschen befördern.

Wie sämtliche Baulandentwicklung in Bornheim, muss auch die Schaffung von gefördertem Wohnraum behutsam, wohlüberlegt und vor allem zielgerichtet erfolgen. Wird er aber als untergeordneter Aspekt behandelt, trägt das sicher nicht zur Qualität der Stadt Bornheim für Menschen mit geringem Budget bei.