Kommentar

Bankenaffäre - Erwischt

Schon wieder! Schon wieder ist eine international tätige Großbank ertappt worden. Diesmal hat es die HSBC erwischt. Sie hat offenbar in großem Stil aus der Schweiz heraus Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet.

Schwarzgeldsünder aus aller Welt haben offensichtlich mit Hilfe der Bank Milliarden in die Schweiz verschoben, dort das Geld für sich arbeiten lassen, dem Fiskus in den Heimatländern die Erträge verschwiegen und die fälligen Steuern darauf vorenthalten.

Die HSBC ist kein Einzelfall, auch die UBS und andere Groß- und Kleinbanken haben in der Vergangenheit gute Geschäfte mit dem Schweizer Bankgeheimnis gemacht - als es noch gegolten hat. Inzwischen hat sich die Schweizer Finanzindustrie auf massiven Druck der USA (und ein klein wenig der EU) von diesem Geschäftsmodell distanziert und eine so genannte Weißgeldstrategie eingeschlagen.

Anlegern aus den USA und Europa wurde von ihren Schweizer Bankern signalisiert, dass die Schweiz nicht mehr der sichere Hafen für das Schwarzgeld sei. Man möge sich daheim steuerehrlich machen. In der Folge ist die Zahl der Selbstanzeigen auch hierzulande in die Höhe geschnellt.

Etlichen Schwarzgeldsündern ist dieser Weg aber versperrt, weil ihr Geld aus schmutzigen Geschäften stammt. Drogen, Rotlicht, Waffen, Potentaten aus afrikanischen Operettenstaaten. Es ist Aufgabe für die Staatengemeinschaft, etwa die G 20, nun darüber zu wachen, dass auch das Geld aus schmutzigen Quellen aus der Schweiz abfließt und die letzten Steuerschlupflöcher versperrt werden.