Kommentar zu zu Griechenland

Aussichtslos

Akropolis

Die griechische Fahne über der Akropolis in Athen. Foto: Orestis Panagiotou

Brüssel. Griechenland verliert. Egal wie diese Auseinandersetzungen am Ende ausgehen - das Land hat unter dem Krach zwischen seiner Regierung und den Geldgebern sowie der Euro-Familie schon jetzt gelitten. Ein Kommentar.

Vier Monate lang versäumte man, die Aufbauarbeit anzupacken, und verwickelte sich stattdessen in ideologisch gefärbte Spielchen mit einer Gemeinschaft, die bereit war, alles zu tun, um den Hellenen wieder auf die Füße zu helfen.

Man darf ja der Meinung sein, dass die Rettungsbemühungen von Anfang an falsch konstruiert worden waren. Aber es fällt schwer, dieses Argument durchzuhalten, weil die europäische Krisenpolitik in anderen Ländern mit gleichen Problemen wirkte. Premier Alexis Tsipras und seine Minister wollten pokern, am Ende sogar einen Verzicht auf die Rückzahlung von über 240 Milliarden Euro Schulden erreichen - ohne dafür das Land neu ordnen zu müssen.

Man braucht nicht viel Fantasie, um erahnen zu können, dass es dafür keine Unterstützung gab. Tsipras ist gewählt worden, weil er anders als seine Vorgänger sein wollte, weil die Menschen seinen Lösungen vertraut haben. Dieses Vertrauen wurde enttäuscht. Die griechische Regierung hat ihrem Land geschadet.

Das liegt an dem Versuch, den Staat im Wesentlichen wieder zu einem ausufernden Sozialwesen mit umfassender Absicherung für die Bürger zu machen. Ein solches Konzept hat selbst den wohlhabenden skandinavischen Ländern große Probleme gebracht - in Griechenland gehören üppige staatliche Zusatzleistungen zu den Gründen für die finanziellen Schwierigkeiten.