Zum Sturmgewehr G36

Ausgemustert

Standardgewehr G36

Bundeswehrsoldaten mit Gewehren vom Typ G36 in Sigmaringen in Baden-Württemberg. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Berlin. Jetzt also doch. Das Standardgewehr der Bundeswehr, das G36, wird ausgemustert. Endgültig. Das Standardgewehr genügt also nicht mehr dem Standard der Truppe.

Schon Ende April hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigt, "dass das G36, so wie es heute konstruiert ist, keine Zukunft in der Bundeswehr hat". Da ließ von der Leyen aber noch offen, ob am G36 wegen mangelhafter Präzision bei Dauerfeuer oder hohen Außentemperaturen nachgebessert oder eben ein Nachfolgemodell beschafft wird.

Als Gewehr, das um die Ecke schießt, war das G36 in Zuspitzung seines Präzisionsmangels verhöhnt worden. Dabei äußerten sich die kurdischen Peschmerga-Milizen im Nordirak, wo es sehr heiß wird, höchst erfreut über die deutsche Ausrüstungshilfe in ihrem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Doch deutschen Standard erfüllte das Problemgewehr da schon nicht mehr. Dabei war die mangelhafte Treffsicherheit des G36 lange bekannt. In der Ära der Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Thomas de Maizière (CDU) war der Mangel schon beklagt, untersucht, aber nicht abgestellt worden. Von der Leyen erbte das Problem, ließ die "Fähigkeitsdefizite" noch mal untersuchen und entschied nun: Das G36 hat bald ausgedient.

Ab 2019 soll ein künftiges Sturmgewehr das alte, lange bewährte G36 ersetzen. Von der Leyen will ja bekanntlich auch das Beschaffungswesen im Ministerium neu ordnen. Ein besserer Vertrag als beim Kauf des G36 sollte allemal gelingen. Es ist eine Art Feuerprobe für von der Leyen.