Der Kampf Frankreichs gegen den IS

Auf dünnem Eis

Paris. Er regiere nicht für gute Umfragewerte, sondern für Frankreichs Zukunft, hat François Hollande immer betont. Dabei hängt beides miteinander zusammen. Schafft er es nicht, seine Bürger, ja wenigstens seine Partei hinter sich zu sammeln, kommen weder er noch das Land voran.

Priorität hat für ihn derzeit die Außenpolitik, wie er gestern deutlich machte - vom Bekenntnis zu einer humanen Aufnahme der Flüchtlinge und der Forderung nach einer gerechten Aufteilung in Europa über die Abwehr der Terror-Gefahr und mögliche Luftschläge gegen den IS in Syrien. Die Entscheidung für Erkundungsflüge stellt eine neue Etappe dar.

Hier liegt ein Paradox der Politik Hollandes: So zaudernd er innenpolitisch erscheint, so entschlossen gibt er sich bei militärischen Entscheidungen. Er schickte französische Soldaten nach Mali zur Bekämpfung islamistischer Rebellen und fordert nun ein scharfes Engagement gegenüber dem IS, zumal kein anderes europäisches Land so stark von der Gefahr durch radikalisierte Rückkehrer bedroht ist wie Frankreich.

Mit diesem Vorstoß zu einem Zeitpunkt, wo der russische Präsident Wladimir Putin unter dem kritischen Auge der USA das Assad-Regime mit Waffen ausrüstet, begibt sich Hollande auf dünnes Eis. Zu Recht wirbt er darum, neben Russland den Iran in Lösungsansätze einzubinden - und selbstverständlich auch die EU.

Denn ebenso wenig, wie der Ausweg aus dem blutigen Konflikt, der Millionen Syrer in die Flucht treibt, rein militärisch sein kann, wird Frankreich seine Vorreiterrolle, die es noch immer spielen möchte, ohne Partner gelingen.