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Volkskunde an der Bonner Uni läuft aus
Jetzt ist es definitiv: Für den Profilbereich Volkskunde/Kulturanthropologie gibt es an der Universität Bonn keine Zukunft. Das Fachgebiet gehört derzeit zur Germanistik und befasst sich mit der kulturellen Bedeutung von Ritualen.
Bonn. (sj) Jetzt ist es definitiv: Für den Profilbereich Volkskunde/Kulturanthropologie gibt es an der Universität Bonn keine Zukunft. Das Fachgebiet gehört derzeit zur Germanistik und befasst sich mit der kulturellen Bedeutung von Ritualen, etwa Abischerzen, und dem Umgang des Menschen mit Naturphänomenen wie Hochwasser.
Die Philosophische Fakultät wollte den Profilbereich neu ausrichten und suchte dafür ein Institut, dem er angegliedert werden kann. "Leider hat sich kein Institut gefunden, das diese Aufgabe wahrnehmen könnte", sagte der Dekan, Professor Günther Schulz. Er habe den Fakultätsrat nun darüber informiert. Dieses Gremium hat im Januar beschlossen, die Volkskundemodule für die Studienanfänger des kommenden Wintersemesters einzustellen. Da es nun keine neue Perspektive gibt, bedeutet das die endgültige Einstellung der Volkskunde.
"Für die derzeit Studierenden wird das Lehrangebot bis einschließlich Sommersemester 2012 gewährleistet", sagte Schulz. Die künftigen Studienanfänger, die ab dem Wintersemester neu beginnen, werden die Volkskundemodule nicht mehr besuchen können. "Es ist mir jedoch ein Anliegen, dass die Aufgaben, die die Volkskunde hat, auch künftig wahrgenommen werden", sagte der Dekan. Dafür kämen etwa die Soziologie, die Landesgeschichte, Archäologie oder die Medienwissenschaft in Frage.
"Unverständlich" findet es Lina Franken, als Studentin Mitglied im Fakultätsrat, dass die Volkskunde aufgrund von Sparzwängen eingestellt werde. Damit könnten die derzeitigen Bachelor-Studierenden ihr Studium zwar zu Ende führen, aber kein Master-Programm mit Kulturanthropologie/Volkskunde-Schwerpunkt mehr anschließen. "Ihnen fehlt also schlicht die Perspektive", sagte sie. "Das kann nicht Ziel einer Universität sein, die sich als Forschungsuniversität bezeichnet."
Artikel vom 26.04.2011
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