Roboco-Cup in Nürnberg: Team der Uni Bonn gewinnt | GA-Bonn

Roboco-Cup in Nürnberg

Team der Uni Bonn gewinnt

BONN/MAGDEBURG.  Das Team NimbRo der Universität Bonn gewinnt zum zweiten Mal den Roboter-Cup in Magdeburg.

Ricarda Steffens vom Team NimbRo der Uni Bonn bereitet den Haushaltsroboter Cosero für die Meisterschaft vor. Foto: ap

Eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank zu holen, auf dem Weg ein heruntergefallenes Küchentuch aufzuheben und an seinen Haken an der Wand aufzuhängen stellt nicht gerade eine große Herausforderung dar. Aber Jörg Stückler und sein Team wissen mittlerweile sehr genau, wie komplex solch ein alltäglicher Vorgang ist.

Denn die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Studenten von Professor Sven Behnke vom Institut für Informatik, Autonome Intelligente Systeme der Uni Bonn haben einen Haushaltsroboter entworfen, mit dem sie am Wochenende den Robo-Cup in Magdeburg gewonnen haben, dem größten Roboterturnier Europas, an dem sich zwölf Nationen beteiligt haben.

Lernende humanoide Roboter entwickelt das Team NimbRo. Mit Fußballrobotern hatte alles vor fast zehn Jahren angefangen. Und auch in dieser Kategorie haben die Bonner schon Weltmeistertitel geholt. "Aber da handelt es sich um ein klar definiertes Feld mit relativ einfachem Aufgabenbereich", so einer der wissenschaftlichen NimbRo-Mitarbeiter. "Das Problem bei den @Home-Robotern ist, dass die Umgebung eben nicht eindeutig definiert ist und sie sich immer wieder verändert - sei es durch einen Gegenstand der auf dem Boden liegt oder einen Stuhl, der versetzt wurde."

Cosero heißt somit folgerichtig einer der Haushaltsroboter, was die Abkürzung für cognitive service robot steht. Es ist eben genau dieses kognitive Denken, das fortwährend erweitert wird, was das Programmieren so schwer macht. "Ein Team beschäftigt sich etwa ausschließlich um Gesten: Wie kann ein Roboter eine Geste wie einen ausgestreckten Zeigefinger interpretieren?", so der Wissenschaftler.

Das Besondere an dem Sieger: Er kann dreidimensional sehen. Und so galt es am Wochenende gegen eine starke Konkurrenz eine nachgebaute Wohnung aufzuräumen: Stühle zurechtzurücken, Blumen zu gießen, aber den Gästen auch einige Häppchen zu reichen.

Am Robo-Cup hatten sich rund 800 Studenten und Jugendliche beteiligt. Die Bonner haben den Cup übrigens bereits zum zweiten Mal gewonnen und sind auch Weltmeister im Roboterfußball. Im Juni geht es zur WM nach Mexiko.

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