Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Vor 25 Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 32 Prozent, in den vergangenen Jahren lag sie meist um die 20 Prozent, 2011 bei gerade mal 17 Prozent.
"Generell finde ich die SP-Wahl wichtig, aber ich fühl mich nicht hinreichend informiert", meint etwa Freya Dröge, 24. Allerdings findet die Medizinstudentin, dass sich ihre Fachschaft gut um ihre Interessen kümmert. Dieser Ansicht ist auch Tom Jansen. Der 25-jährige Medizinstudent geht jedenfalls zu den Wahlen, "damit auch gemäßigte Gruppen im SP vertreten sind". Er und seine beiden Kommilitoninnen denken, dass sich ihre Studienbedingungen seit dem Bau des neuen Lehrgebäudes vor drei Jahren deutlich verbessert haben.
Das war durch die Studiengebühren finanziert worden. Die gibt es nun nicht mehr, und besonders die Philosophische Fakultät merkt nun die Sparzwänge: "Die Kommilitonen an der Philosophischen Fakultät haben mehr Grund zu klagen", meint Jansen. Daher müsste eigentlich die Wahlbeteiligung dort höher liegen, meint er.
"Die Präsenz der Gruppierungen außerhalb der SP-Wahlen lässt zu wünschen übrig", kritisiert Imke, 23. In zwei Monaten hat sie ihr Geografiestudium abgeschlossen und hat da die SP-Wahl schon ziemlich abgehakt. Dennoch: Dass das SP die Einführung der UniCard nicht hingekriegt hat, findet sie schon sehr bezeichnend für seine Arbeitsweise.
Auch Helen, 25, und Franzi, 24, schütteln gleich den Kopf, als sie auf die SP-Wahl angesprochen werden. "Die Prüfungen sind wichtiger", sagt Hellen spontan. Beide sind gerade erst zum Masterstudium nach Bonn gekommen, ihren Bachelor in Kunstgeschichte hat Franzi in Leipzig, Helen in Köln gemacht. Ihre Erfahrung sei gewesen, dass sie an den anderen Unis besser informiert worden seien. Beide sagen, dass sie stets zur SP-Wahl gegangen sind. Diesmal auch? Die beiden zucken unschlüssig die Schultern.
"Ich wähle auf jeden Fall meine Fachschaftsvertreter, weil die nicht so ideologisch geprägt sind", so Etienne, 25. Er studiert im 10. Semester Jura und ist ebenfalls darüber enttäuscht, dass die einheitliche UniCard nicht eingeführt worden ist.
"Ich wusste gar nicht, dass die SP-Wahl ansteht", meint Alex Saft, 20, überrascht. "Doch, doch, davon war mal bei der Einführung die Rede. Ich kann mich erinnern", sagt Bakhloul Samedov, 21. Beide sind im ersten Semester Jura und bereits voll im Studienstress: "Das ist ein echt krasser Druck", findet Samedov und sieht schon sein soziales Leben "flöten gehen".
Da bliebe kaum Zeit, um sich auch noch mit den politischen Gruppierungen an der Uni zu beschäftigen. Dennoch finden beide, dass es wichtig sei, Vertreter für das SP und die Gremien zu wählen. "Wir gehen auf jeden Fall zur Wahl", meinen sie.
Artikel vom 17.01.2012