Kräftiger Schub für die Radioastronomie

BONN.  Das Bonner Max-Planck-Institut leitet ein Konsortium, dem insgesamt 27 Partnerinstitute angehören.

Einzelantennen von ALMA in 5100 Metern Höhe in Chile. Sie gehören zum Verbund, der von Bonn aus koordiniert wird. Foto: privat

Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn hat die Leitung des RadioNet3-Konsortiums mit insgesamt 27 Partnerinstituten übernommen. Das Konsortium umfasst alle größeren radioastronomischen Einrichtungen in Europa sowie Partnerinstitute in Südkorea, Australien und Südafrika.

Wie das Bonner Institut weiter mitteilt, wird das europäische Radioastronomie-Netzwerk RadioNet in den Jahren 2012 bis 2015 von der Europäischen Kommission mit 9,5 Millionen Euro gefördert. Die Aufgaben von RadioNet umfassen die Verbesserung der Leistungsfähigkeit und die Unterstützung des Zugangs zu den großen radioastronomischen Forschungseinrichtungen in Europa und darüber hinaus.

Es ist mittlerweile die dritte Programmstufe, mit der nicht nur Forschung und Entwicklung finanziert werden, sondern auch der Verbund mit den Radioteleskopen vorangetrieben werden soll. Zu dem Verbund gehört das erst kürzlich in Betrieb gegangene "Atacama Large Millimetre/submillimetre Array" (ALMA) sowie das größte Radioteleskop der Welt, das "Square Kilometre Array" (SKA).

Das wichtigste Ziel von RadioNet3 ist die Optimierung des Einsatzes von 18 modernen radioastronomischen Forschungseinrichtungen in Europa, wie etwa dem Radio-Observatorium Effelsberg mit dem 100-Meter-Radioteleskop.

Mit dem Forschungsprogramm von RadioNet3 neue Techniken unterstützt werden, die einen noch effizienteren Einsatz der jeweiligen Teleskope ermöglichen.

"Unser Ziel ist der Aufbau einer langfristigen Strategie für die Organisation der europäischen Radioastronomie", sagt Anton Zensus, Direktor am MPIfR und zudem Koordinator des RadioNet3-Projekts.

"Wir werden sicherstellen, dass die Ergebnisse für alle interessierten Wissenschaftler verfügbar sind. Damit sollte eine neue Generation von Wissenschaftlern und Ingenieuren gut vorbereitet sein auf die Radioteleskope der Zukunft."

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