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Ehrung nach Sieg bei Roboter-WM
Von Daniel Klager
Vier Mannschaften aus der Region waren national und international bei Wettkämpfen erfolgreich
Bonn. Ariane, Steffi und Birgit sind in China Fußball-Weltmeister geworden. Nach dem Titelgewinn der Frauenfußballweltmeisterschaft 2007 gelang das auch den gleichnamigen Robotern des Teams "NimbRo" (Abkürzung für den englischen Begriff nimble robots; flinke, geschickte Roboter) der Uni Bonn.
Am Dienstag trugen sich ihre Konstrukteure bei einem Empfang mit Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann in das Gästebuch der Stadt Bonn ein. "Eigentlich hatten wir alle Modelle nach den Fußballweltmeistern der Männer benannt.
Doch nach drei Jahren Arbeit gingen uns die Namen aus", sagte der Jörg Stückler, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes. Beim diesjährigen "RoboCup" in Sozhou, China, waren die Mitglieder von "NimbRo" nicht die einzigen erfolgreichen Bonner.
Auch eine Mannschaft der Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg kann sich mit dem Titel "Vizeweltmeister" schmücken, jedoch in einer anderen Disziplin. Ihr Roboter "Johnny" konnte sich gegen fast alle Konkurrenten in der "@home-Liga" durchsetzen. In diesem Feld geht es darum, dass Roboter Alltagsaufgaben im Haushalt möglichst geschickt lösen.
Selbst die Schulen im Umkreis von Bonn beschäftigen sich aufgrund dieses Wettbewerbs schon mit der Robotik. Bei der Schülerversion, dem "RoboCup-Junior", schaffte es die AG von Winfried Schmitz (CJD-Christopherusschule Königswinter) in China bis ins Viertelfinale.
Eine italienische Mannschaft war an diesen Tag stärker. Der Teamchef der "großen" Kollegen der Uni Bonn, Professor Sven Behnke, lobte den Nachwuchs ausdrücklich. "Die Roboter der Schüler waren nah an den Modellen, die meine Studenten vor drei Jahren entwickelt haben."
Dass dieser technikgeprägte Bereich keine Männerdomäne ist, bewiesen die Mädchen des Sankt-Adelheid-Gymnasiums. In der Kategorie "RoboDance" qualifizierten sie sich für die deutschen Meisterschaften und verpassten dort mit dem dritten Rang den Sprung nach China nur sehr knapp.
Aber wozu stellen sich die (Hoch-)schulen in Bonn diesen Wettbewerben? Für Jörg Stücker geht es vor allem um den wissenschaftlichen Wettbewerb und den fachlichen Austausch mit den internationalen Fachkollegen: "Davon haben wir wirklich alle profitiert."
Behnke sagte, dass sich gerade die Fußball-Disziplin an den Standardproblemen der Entwicklung von künstlicher Intelligenz orientiere. "Hier werden andere Formen von Intelligenz gebraucht als bei einem Schachcomputer." Die Wahrnehmung der Umwelt und eine richtige Reaktion darauf sei eine Herausforderung für die Robotik.
Neben Ruhm, Ehre und dem Pokal hat der Erfolg für die Bonner Universität einen weiteren Vorteil gebracht: Laut Behnke haben sich aus China bereits einige Interessenten für einen neuen, englischsprachigen Masterstudiengang in Bonn beworben. "NimbRo" hat wohl nicht nur die Gegner, sonder auch das Publikum beeindruckt.
Artikel vom 07.08.2008
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