Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Baumanns Mitarbeiter sammeln die Paletten bei Supermärkten in der Region ein, kontrollieren und reparieren sie im Bonner Gewerbegebiet Buschdorf. In der Halle wird auf Hochtouren gearbeitet. Arbeiter schlagen beschädigte Hölzer aus den Paletten und nageln neue auf. Ein Roboter färbt sie blau ein. Dann gehen sie wieder an Produzenten wie zum Beispiel Haribo.
Das Palettengeschäft, das Baumann im Auftrag des Palettenvermieters Chep erledigt, ist eines von mehreren Geschäftsfeldern des 80 Jahre alten Familienbetriebs. Auf einem anderen Gelände bauen Mitarbeiter Fenster in Container, die später auf dem Bau, in Schulen oder bei Events wie dem Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring eingesetzt werden. 2000 Container vermietet Baumann: "Da ist noch Potenzial", sagt Helmut Baumann. Der 50-Jährige leitet mit seinem Bruder Horst (47) das Unternehmen in dritter Generation.
Rudolf Baumann startete 1931 in Endenich mit Kipplastern und transportierte Braunkohle zum Bonner Kraftwerk und Ton zum Bonner Hafen. Gegenüber auf dem heutigen Knauber-Gelände hatte die Verwandtschaft ein eigenes Unternehmen gegründet: Victor Baumann ist für seine Schwer- und Spezialtransporte bekannt und residiert inzwischen in Bornheim.
Rudolf Baumann musste sich in den 90er Jahren neu orientieren. Das alte Braunkohlekraftwerk wurde stillgelegt, die Liberalisierung des Transportmarkts in Europa setzt die Firma unter Druck. Die eigene Flotte aus 40 Kipplastern wurde halbiert und ist noch für 30 Prozent der Zulieferungen zuständig. Der Rest wird bei Unternehmen in Auftrag gegeben. Heute noch ist der Transport von Massengütern die größte Sparte des Unternehmens. Rohstoffe für die chemische oder die Bauindustrie, Abfälle, Metalle - die Laster von Baumann fahren europaweit.
Im Chempark Leverkusen ist Baumann außerdem als Logistiker für Chemikalien tätig. "Wir sehen uns mehr als Dienstleister", erklärt Baumann. Viele Transporte laufen auch über den Seeweg oder die Schiene, bevor Lastwagen den letzten Teil der Strecke erledigen. Dazu hat Baumann eine eigene Tochtergesellschaft in Duisburg.
In Bonn betreibt Baumann auch ein 6000 Quadratmeter großes Lagerhaus. "Wir wollen auf 10.000 Quadratmeter erweitern", blicken die Brüder nach vorn. Aktiv sind die Baumanns auch als Baustoffproduzenten: Seit kurzem stellen sie auf dem Gelände eine Abdichtung aus einer Art Tonmasse her, die Gebäude gegen gegen Feuchtigkeit schützt. 22.000 Tonnen verließen 2011 die Werkstore.
Als Transportunternehmen spürt Baumann konjunkturelle Schwankungen früh. "Natürlich haben wir auch unter der Wirtschaftskrise gelitten, nachdem Ende 2008 das Transportvolumen um 20 bis 30 Prozent gefallen ist. Aber wir sind verhältnismäßig krisenfest", sagt Horst Baumann. Mit rund 190 Mitarbeitern habe das Unternehmen 2011 einen er Umsatz von rund 40 Millionen Euro erzielt, knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahr. "Die Ertragslage ist gut", sagt Horst Baumann. Mit Stolz fügt er hinzu: "Rote Zahlen haben wir noch nie geschrieben."
Baumann in Zahlen
Gründung: 1931
Umsatz (2011): 40 Millionen Euro
Mitarbeiter: 190
Anzahl eigener Lkw: knapp 40
Transportleistung: 2 Millionen Tonnen pro Jahr
Artikel vom 21.02.2012