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Telekom-Tochter VCS macht Callcenter dicht
Von Malte Möller
Der Call-Center-Dienstleister Vivento Customer Services (VCS) wird die Standorte Bonn und Norden zum 31. Dezember schließen. Das teilte Freitag die Konzernmutter Telekom mit. In Bonn arbeiten rund 140 Beschäftigte für das Unternehmen.
Bonn. Der Call-Center-Dienstleister Vivento Customer Services (VCS) wird die Standorte Bonn und Norden zum 31. Dezember schließen. Das teilte Freitag die Konzernmutter Telekom mit. In Bonn arbeiten rund 140 Beschäftigte für das Unternehmen.
Zudem sind hier etwa 50 Leiharbeiter für die Telekomtochter tätig. In Norden sind 232 Mitarbeiter von der Schließung betroffen. "Keiner unserer fest angestellten Mitarbeiter wird sich verschlechtern", versprach Telekom-Sprecher Husam Azrak.
Man werde allen eine Perspektive bieten, etwa im Kundencenter in Brühl. "Der 31. Dezember soll kein statisches Datum für die Schließung sein. Wir werden zunächst noch Gespräche mit Arbeitnehmervertretern führen." Dann werde sich für den Einzelnen Genaueres ergeben.
"Die Firmen der Leiharbeitskräfte wurden über die geplanten Schließungen informiert. Ihnen wurde angeboten, ihre Mitarbeiter an andere Stellen abzuziehen, ohne dass VCS auf bestehende Fristen besteht". Azrak dementierte damit, die Leiharbeiter seien von der VCS "nach Hause geschickt" worden.
"VCS wurde gegründet, um Telekom-Mitarbeiter aufzufangen, für die es in ihrem ehemaligen Job keine Perspektive mehr gibt", sagte Azrak. Diese Mitarbeiter sollen dann in anderen Firmen oder bei der Telekom selbst wieder inte-griert werden. "An den Standorten in Bonn und Norden funktionierte dieses Konzept leider nicht mehr. Die Subventionierung der Standorte ist nicht länger tragbar."
In Bonn sei VCS vor allem als Dienstleister für die Telekom tätig. Im Servicebereich der Telekom selber sei der Bedarf nach externer Dienstleistung in den vergangenen Jahren allerdings permanent gesunken. "Das ist mit der Grund dafür, dass das Auftragsvolumen am Bonner Standort zurückgegangen ist."
Als "verantwortungslos" bezeichnete Volker Geyer, Bundesvorstand der Kommunikationsgewerkschaft DPVKOM, die Schließungspläne. Die Belegschaft sei am Mittwoch per E-Mail von der Geschäftsleitung über die geplante Schließung informiert worden. "Eine solche Vorgehensweise ist respektlos", sagte Geyer.
Die Gewerkschaft fordert, die Schließungspläne zurückzunehmen, schließlich leisteten die Mitarbeiter auch nach Arbeitgeberansicht "hervorragende Arbeit". Die 14 weiteren VCS-Standorte sind Azrak zufolge nicht gefährdet.
Artikel vom 17.09.2011
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