Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Die Stadtwerke Bonn (SWB) teilten auf Anfrage mit, dass die SWB-Tochter Energie und Wasser ihre Stromprodukte ab dem 1. April im Schnitt um knapp vier Prozent verteuere. Ein Haushalt, der 3000 Kilowattstunden verbraucht, werde 2,44 Euro pro Monat mehr bezahlen müssen, rechnete Veronika John von den SWB vor. Das entspreche einer Erhöhung von 3,82 Prozent.
Je höher der Verbrauch sei, desto stärker stiegen die Preise, so John weiter. 1500 Kilowattstunden kosten demnach ab April 3,43 Prozent, 5000 Kilowattstunden 4,02 Prozent mehr. Die Stadtwerke begründen die Preiserhöhung in erster Linie mit gestiegenen Netznutzungsentgelten zum Jahreswechsel, zum geringeren Teil auch durch die Umlage im Rahmen des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG-Gesetz). Netzbetreiber in Bonn ist zum einen die Stadtwerke-Tochter SWB-Energienetze, zum anderen sind es die RWE. Das Nutzungsentgelt macht nach Angaben der Stadtwerke etwa ein Fünftel des Strompreises aus.
Ob es die einzige Erhöhung in diesem Jahr bleibt, ist unklar
John wies darauf hin, dass die Stadtwerke seit dem 1. Januar 2011 die Strompreise nicht mehr erhöht hätten. Ob die Preissteigerung im April die einzige für dieses Jahr sei, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Nachdem zum Jahreswechsel rund 140 Anbieter die Preise um durchschnittlich 3,5 Prozent angehoben haben, ziehen in den kommenden Monaten zahlreiche Versorger nach.
Im Februar und März haben laut dem Verbraucherportal Toptarif mindestens 108 Unternehmen Erhöhungen von durchschnittlich 3,4 Prozent geplant. Um neun Prozent steigen die Preise von Rheinenergie und Belkaw, allerdings zum 1. April. Bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden pro Jahr, das entspricht dem Verbrauch einer dreiköpfigen Familie, zahlen Belkaw-Kunden in der Grundversorgung künftig 813,44 Euro, bei der Rheinenergie sind es 833,65 Euro. Die Unternehmen betonen, man gebe ausschließlich gestiegene Kosten weiter.
Nachdem die Kölner Rheinenergie den Strompreis 15 Monate lang konstant gehalten hatte, habe sie zu den günstigsten 20 Prozent der Anbieter gehört, so das Unternehmen. Nach der Erhöhung werde sie sich im Mittelfeld befinden.
Plätze gut machen wird die Rhenag, die zu Jahresbeginn den Strompreis um sieben Prozent erhöht hatte, die Aggerenergie und die Stadtwerke Troisdorf. Beide halten den Preis zum 1. April stabil. Die Stadtwerke Troisdorf haben ein Preisversprechen abgegeben, dass sie den Strompreis auch das ganze Jahr über stabil halten wollen, wenn nichts Unvorhersehbares passiert. "Wir werden die Preise 2012 stabil halten", sagte Rhenag-Pressesprecher Detlev Albert. Die Rhenag versorgt in ihrem Kerngebiet Siegburg 25.000 Haushalte mit Strom.
Artikel vom 25.01.2012