Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Offenbar kommen der Flughafen Köln/Bonn und Ryanair zusammen. Einzelheiten wollen beide Mittwochmittag vorstellen, Dienstag hüllten sie sich in Schweigen. Gerüchte über eine mögliche Zusammenarbeit kursieren allerdings seit Wochen. Einmal hieß es, zwei Maschinen könnten in Köln/Bonn stationiert werden. Das entspräche 600.000 zusätzlichen Passagieren, die Köln/Bonn gut gebrauchen könnte, nachdem die Zahl der Passagiere in Folge der 2010 eingeführten Luftverkehrssteuer und der Verlagerung von Air Berlin nach Düsseldorf zurückging.
Intensiv hatten der Flughafen und der irische Billigflieger schon vor drei Jahren miteinander gesprochen. Im Frühjahr 2009 scheiterten die Verhandlungen aber an unterschiedlichen Konditionsvorstellungen, so Flughafen-Chef Michael Garvens. "Wir wollen Wachstum, aber nur profitables Wachstum", sagte er damals. Ryanair, so hieß es in der Branche, verlangt von den Flughäfen erhebliche Subventionen, wenn sich die Gesellschaft dort ansiedeln oder Flüge anbieten soll. Wirklich abgerissen ist der Gesprächsfaden aber wohl nie.
Wenn Ryanair ab Köln/Bonn fliegen würde, würden keine Flugzeuge aus dem Rheinland-pfälzischen Hahn abgezogen, hatte Ryanairs Marketing-Managerin Henrieke Schmidt Mitte Dezember in einem Interview gesagt. Ryanair hat zuletzt auch neue Strecken eingerichtet. Mit 56 Destinationen habe Hahn so viele Ziele im Angebot wie nie zuvor, so eine Flughafen-Sprecherin. Nach Einführung der Luftverkehrsabgabe hatte Ryanair aber die Zahl seiner Flüge in Deutschland drastisch zusammengestrichen. Hahn hatte fast ein Drittel der Flüge verloren.
Auch der Flughafen in Weeze, das Ryanair-Standbein in Nordrhein-Westfalen, geht davon aus, dass zusätzliche Flüge in Köln/Bonn angeboten werden. Flughafen-Chef Ludger van Bebber sagte, er habe kein Signal, dass Ryanair Flüge aus Weeze abziehen würde. Im vergangenen Jahr flogen von Weeze 2,35 Millionen Passagiere mit Ryanair, 500.000 weniger als vor Einführung der Luftverkehrsabgabe. Die Zahl der stationierten Ryanair-Maschinen sank von acht auf sieben.
Artikel vom 22.02.2012