Größter Gründerfonds in Bonn: Mehr als eine halbe Milliarde Euro Risikokapital für Technologiefirmen in der Startphase | GA-Bonn

Größter Gründerfonds in Bonn

Mehr als eine halbe Milliarde Euro Risikokapital für Technologiefirmen in der Startphase

BONN.  Es ist der größte deutsche Risikokapitalfonds für Unternehmen in der Gründerphase, und er sitzt in Bonn: Der High-Tech-Gründerfonds rief am Mittwoch Jungunternehmer und Investoren zusammen, und mehr als 750 kamen in die Telekom-Zentrale, um sich zu beschnuppern, Erfahrungen auszutauschen und mögliche Investments anzubahnen.

Nicht jedes Unternehmen überlebt: Das Freiburger Biotech-Startup Awenydd war 2006 das erste, das in Baden-Württemberg vom High-Tech Gründerfonds gefördert wurde. Doch es scheiterte. Foto: dpa

Klar wurde, dass der Markt für Risikokapital in Deutschland insgesamt noch schwach ist; umso wichtiger daher das Engagement des High-Tech-Gründerfonds.

"Die Gründerszene entwickelt sich stark", sagte Fonds-Geschäftsführer Michael Brandkamp. Der 2005 gestartete Fonds hat sich seither bundesweit an 252 Start-Ups beteiligt, im Schnitt mit einer halben Million Euro. Ziel ist es, den Unternehmen Kapital, aber auch unternehmerisches Know-how zur Verfügung zu stellen, um ihre Produkte zur Marktreife zu bringen.

Eines davon zum Beispiel die Bonner Bomedus GmbH, die zusammen mit Partnern neuartige Bandagen zur Behandlung von akuten Schmerzen entwickelt. Oder die SAW Instruments, ebenfalls aus Bonn, die Biosensoren für die Pharmaindustrie herstellt, die ähnlich wie Mikrowaagen funktionieren.

Die Gesundheitsbranche gehört zu denen, die im Fokus des Gründerfonds stehen. Denn gerade hier gebe es zu wenig Wagniskapital, sagte Johannes Velling vom Bundeswirtschaftsministerium. Der Bund steuert nach wie vor den Löwenanteil zu den Mitteln in Höhe von bisher 563 Millionen Euro bei, die sich auf zwei Fonds verteilen.

Während die Mittel des ersten Fonds ausgeschöpft sind, stehen im zweiten noch fast die gesamten 291 Millionen Euro zur Verfügung. Davon stammen 264 Millionen von Bund und der bundeseigenen KfW-Förderbank, 31 Millionen von Unternehmen wie Post, Telekom, BASF oder Daimler. "Bisher gibt es 23 Zusagen", berichtet Brandkamp.

Der HighTech-Gründerfonds hat sich laut Brandkamp darauf spezialisiert, Unternehmen in einer ganz frühen Phase mit Kapital zu versorgen. "Das macht sonst fast niemand." Mit einer halben Million Euro beteiligt er sich anfangs, maximal sind es zwei Millionen. Kommt das geförderte Unternehmen voran, verkauft der Fonds im günstigsten Fall seine Beteiligung mit Gewinn.

Allerdings scheitern auch viele Start-Ups. "Etwa ein Drittel der Firmen schaffen es nicht", räumt Brandkamp ein. Bisher hat der High-Tech-Gründerfonds 22 Beteiligungen erfolgreich weiterverkauft, aber auch 49 Pleiten verzeichnet. Schaden: rund 25 Millionen Euro.

 Mehr als ein Viertel der Firmen, an denen sich die Bonner beteiligen, kommen übrigens aus Bayern. An zweiter Stelle liegen NRW und Berlin, die jeweils jedes siebte vom Fonds geförderte Unternehmen stellen.

Für die Bundesregierung gehört der Gründerfonds laut Velling zum Programm "Gründerland Deutschland". Im kommenden Jahr soll die Förderung für Existenzgründer ausgebaut werden. Geplant sind 20 Prozent staatlicher Zuschuss zu privatem Risikokapital.

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