Keine Freude über Kanadas Pläne für Flughafen Köln/Bonn

KÖLN.  Flughafen lässt überprüfen, welche Auswirkungen die Verlagerung der Armee aus Spangdahlem bedeutet.

Im Sonnenuntergang: Ein Flugzeug landet auf dem Flughafen Köln/Bonn. Foto: dpa

Die kanadische Armee verspricht sich viel vom Flughafen Köln/Bonn: einen Betrieb rund um die Uhr, eine gute Infrastruktur, die den Streitkräften Flexibilität gibt und den Zugang zur kompletten Bandbreite des Transports bietet. Ein europäisches Drehkreuz in Köln/Bonn würde der kanadischen Armee erlauben zügig zu reagieren, wenn humanitäre Einsätze, Operationen zur Friedenserhaltung oder Kampfeinsätze nötig sein sollten, so die Pressestelle der Armee auf Anfrage dieser Zeittung.

Der Flughafen zeigte sich dagegen wenig erfreut von der am Dienstag verkündeten Verlagerung des kanadischen Logistikdrehkreuzes von Spangdahlem in der Eifel nach Köln/Bonn. Flughafenchef Michael Garvens will auf das Bundesverteidigungsministerium und die kanadischen Armee zugehen. Zumindest nächtliche Militärflüge lehnt er ab. Auch das NRW-Verkehrsministerium zeigte sich sehr reserviert. In einem Schreiben an Verteidigungsminister Thomas de Maizière bittet es um Aufklärung darüber, welche Auswirkungen die Verlagerung auf die Region haben könnte.

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Die kanadische Armee kann sich durchaus eine langfristige Übereinkunft mit dem Flughafen Köln/Bonn vorstellen, hieß es. Gespräche mit der Bundesregierung darüber dauerten aber noch an. Welchen Umfang das Engagement haben wird, sei noch nicht abzusehen. Anzahl der Flüge, die verwendeten Flugzeuge oder Stärke des Personal hängen schließlich vom zukünftigen Engagement Kanadas ab. Im kleineren Spangdahlem, wo Kanada seit April 2009 für drei Jahre testweise ein Luftdrehkreuz betreibt, sind vier Personen stationiert, so die kanadische Armee.

Derzeit ist diese laut ihrer Internetseite in gut 20 Einsätzen im Ausland engagiert, etwa in Nordamerika zur Verhinderung des unerlaubten Fischfangs oder in Haiti zur Stabilisierung des Landes. Etwa 20 kanadische Soldaten unterstützen UN-Aktivitäten im Sudan, jeweils neun sind im Kongo und in Sierra Leone. Der größte Einsatz ist in Afghanistan. Zwar hat Kanada als einer der ersten großen Truppensteller am Hindukusch im vergangenen Jahr den Kampfeinsatz beendet, ist aber noch mit 920 Ausbildern dort vertreten.

Versorgt wurden die Truppen mit Großraumtransportern wie der CC 177, die 72 Tonnen Last über rund 500 Kilometer transportieren kann. In Europa hat Kanada 600 Soldaten stationiert, die hier mit ihren Familien leben, unter anderem in Geilenkirchen, wo die Awacs-Aufklärer stationiert sind.

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