Das GA-Torfieber grassiert wieder
Alle Infos zum großen E- und F-Junioren-Turnier des General-Anzeiger
"Die Betriebe verzichten ungern auf die Erfahrung der Älteren", sagte der NRW-Vorsitzende der Familienunternehmer asu, Birger Heuser, dem GA.
In NRW haben die rund 1000 Familienunternehmen mehr als 1,5 Millionen Beschäftigte. Heuser begründete den steigenden Anteil älterer Mitarbeiter in den Firmen nicht nur mit dem Fachkräftemangel. "Im Rentenalter kommen viele Mitarbeiter gern zurück in den Betrieb. Viele fallen dann in ein Riesenloch."
NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) sieht andere Gründe. "Viele kommen mit der Rente ohne Zuverdienst nicht klar", sagte Schneider unserer Zeitung. In NRW sind 35.000 Rentner über 65 Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Insgesamt 173.000 Rentner über 65 Jahre in NRW arbeiten zudem auf Basis von 400-Euro-Jobs. Dazu kommen 123.000 Minijobber in der Altersgruppe zwischen 60 und 65 Jahren. Nach Schätzungen der "asu" dürften bundesweit mehr als eine Million Ruheständler arbeiten.
Während über 65-Jährige unbegrenzt zur Rente hinzuverdienen dürfen, müssen Frührentner bei mehr als 400 Euro Zuverdienst Abschläge von der Rente hinnehmen. Der Präsident der Familienunternehmen asu, Lutz Goebel, fordert, dass sich längeres Arbeiten mehr lohnen muss. Goebel plädiert dafür, dass die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer, die nach Erreichen der Altersgrenze weiter beschäftigt sind, wegfallen.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schlägt für Frührentner ab 63 Jahren eine Lockerung der Hinzuverdienstgrenzen vor. Nach ihren Plänen könnten Frührentner ein Einkommen aus Rente und Hinzuverdienst in der Höhe des letzten Brutto-Einkommens erzielen dürfen. Laut einer Umfrage der "Akademiengruppe Altern" würden 40 Prozent der Frührentner gern noch arbeiten, bei den 70- bis 75-Jährigen wäre dies fast jeder Fünfte.
Artikel vom 14.02.2012