Ehec-Krise trifft Betreiberfirma des Bornheimer Großmarktes

BORNHEIM.  Erst der lange Winter, dann die Ehec-Krise rund um bakteriell verseuchte Sprossen, dann der verregnete Sommer: "2011 war ein schwieriges Jahr für Landgard", sagt Bereichsleiter Torsten Brandt.

Das Verwaltungsgebäude von Landgard in Roisdorf. Foto: Wolfgang Henry

Der Straelener Konzern, der auch den Bornheimer Großmarkt für Obst und Gemüse betreibt, habe sein Umsatzziel daher nicht erreicht. Trotzdem überschritt Landgard nach vorläufigen Zahlen mit 2,014 Milliarden Euro erstmals die Zwei-Milliarden-Grenze. Statt des geplanten Umsatzzuwachses von 13 Prozent habe Landgard allerdings nur rund 9,4 Prozent mehr erwirtschaftet, so Brandt weiter.

Er betonte, Landgard habe auch 2011 schwarze Zahlen geschrieben. Genaue Angaben zum Ergebnis lägen noch nicht vor. Zwei Ereignisse dürften den Gewinn der Großmarkt-Gesellschaft im vergangenen Jahr allerdings geschmälert haben: 2011 ging nicht nur ein Großkunde der Straelener in Großbritannien pleite.

Außerdem musste Landgard die Verluste seiner Tochter Malaco allein verbuchen, die - so Landgard - durch "Manipulationen des Minderheitsgesellschafters Manss Fruchtimport in Schieflage geraten ist". 2011 übernahm Landgard den Fruchtimporteur Malaco, der unter anderem die Kölner Rewe und die "Hit"-Märkte der Siegburger Dohle-Gruppe beliefert, komplett.

Für das laufende Jahr hat sich der Groß-Vermarkter bescheidenere Ziele gesteckt: Um drei Prozent soll der Umsatz laut Bereichsleiter Brandt wachsen. Vor allem ihre Dienstleistungen will die Genossenschaft ausbauen, um ihre Abhängigkeit vom Lebensmitteleinzelhandel zu verringern.

Landgard transportiert zum Beispiel über seine Logistik-Sparte mit eigenen Lastwagen Obst und Gemüse von den Landwirten in die Einzelhandelsgeschäfte. Die Versteigerungen von Obst und Gemüse, für die der ehemalige Centralmarkt Roisdorf bekannt war, gibt es seit 2010 nicht mehr.

"Das Geschäft hat sich stark verändert, alles konzentriert sich auf wenige Großkunden", sagt Brandt. Deshalb strukturiere Landgard den Standort Roisdorf, wo derzeit 82 Mitarbeiter beschäftigt sind, derzeit um. Hier entstehen ein Großlager für eine Tochter des Handelskonzerns Edeka sowie eine Pfandkisten-Waschanlage. Dazu hat Landgard etwa die Hälfte seiner 190.000 Quadratmeter Grundstücksfläche vermietet.

 

Landgard: Die Genossenschaft Landgard ist nach eigenen Angaben Deutschlands führender Vermarkter im Gartenbau. Das Unternehmen vertreibt für die Erzeuger Gemüse, Obst und Zierpflanzen. Außerdem betreibt Landgard Großhandlungen unter anderem für Floristenbedarf. Die Genossenschaft beschäftigt rund 2 500 Mitarbeiter. 2005 fusionierte der damalige "Centralmarkt Roisdorf" mit anderen Erzeugergenossenschaften zu Landgard, die ihren Hauptsitz in Straelen hat.

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