Neues Instandhaltungswerk: Bahn plant ICE-Werk in Köln | GA-Bonn

Neues Instandhaltungswerk

Bahn plant ICE-Werk in Köln

KÖLN.  Die Deutsche Bahn will in Köln möglicherweise 150 bis 200 Millionen Euro in ein neues Instandhaltungswerk für ihre Hochgeschwindigkeitszüge investieren. Das sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Mittwochabend beim Forum Mobilität in Köln. Entstehen könnten 300 bis 400 Arbeitsplätze, so Grube weiter.

So wie hier in Leipzig könnte die ICE-Wartungshalle auch in Köln aussehen. Foto: DPA

2016 könnten die ersten Züge vor allem der neuen ICX-Generation hier gewartet werden, heißt es bei der Bahn.

Zur Zeit laufen die Voruntersuchungen. Geprüft werden auch noch Standorte in anderen Städten. Der Standort Köln-Nippes gehe aber als Favorit ins Rennen, hieß es bei der Bahn. Köln ist einer der großen Bahnknotenpunkte der Republik, und viele ICE-Züge werden ab hier eingesetzt. Wenn die Voruntersuchungen die Erwartungen bestätigen, könnte im Sommer die Entscheidung für Köln fallen. Danach erfolgen Entwurfsplanung und Genehmigungsverfahren.

Mit den Bauarbeiten könnte im kommenden Jahr begonnen werden. Entstehen soll das Werk auf dem Gelände eines ehemaligen Verschiebebahnhofs zwischen den S-Bahnhaltepunkten Geldernstraße/Parkgürtel und Longerich. Hier ist auch ein S-Bahn-Ausbesserungswerk geplant, in das die Bahn laut Grube 20 Millionen Euro investieren will.

Derzeit unterhält die Bahn ICE-Instandhaltungswerke in Basel, Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und München. Während der Fahrt schon meldet ein Bordrechner dem Werk Schäden, so dass Ersatzteile bereitgelegt werden können. Instandhaltung, Innenreinigung sowie Ver- und Entsorgung finden auf einem Werkstattgleis auf drei Ebenen statt. In der Regel ist ein Zug nach einer Stunde wieder betriebsbereit.

Grube versprach auch, dass Probleme am Bahnknoten Köln gelöst würden. Unter anderem ist der Hauptbahnhof an seine Kapazitätsgrenzen angelangt, und die Schienen rund um die Domstadt sind kaum in der Lage, den zunehmenden Güterverkehr aufzunehmen.

Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters verwies auf ein Gutachten, das 15 Punkte nennt, wie die Situation auch in kleinen Schritten spürbar verbessert werden könne. Vorgeschlagen wurden etwa zusätzliche S-Bahn-Gleise im Hauptbahnhof, die Elektrifizierung von Regionalstrecken, ein Überholgleis für den Güterverkehr bei Aachen sowie ein verlängertes Überholgleis für den Güterverkehr bei Bornheim-Sechtem.

Grube betonte auch, dass die Güterzüge leiser werden müssten. Die konventionellen Graugussbremsen rauen die Räder auf, so dass sie mit einer höheren Geräuschentwicklung rollen. Eine so genannte Flüsterbremse aus einem anderen Material könne den Lärm um 50 Prozent reduzieren. Die Einführung müsse allerdings auf europäischer Ebene erfolgen, sagte Grube, damit die Bahn keinen Wettbewerbsnachteil bekomme.

Umgerüstet werden müssten europaweit 400 000 Waggons für etwa 2000 Euro pro Waggon. Bislang zeige sich die Deutsche Bahn mit ihre 130:000 Waggons allerdings als einziges Unternehmen dazu bereit.

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