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Sparkassenpräsident Fahrenschon
"Auch andere Banken abwickeln"
Von Julian Stech und Ralf Arenz
Köln. Nach dem Muster der WestLB könnten nach Auffassung des Sparkassenpräsidenten Georg Fahrenschon auch andere marode Geldinstitute in Europa abgewickelt werden.
Gedankenaustausch in Köln: Georg Fahrenschon (r.) und Kreissparkassenchef Alexander Wüerst. Repro: GA
Es sei die Frage, ob das nicht beispielsweise in Spanien ein besserer Weg sei, statt die Banken mit Milliarden zu stützen, sagte der neue Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) bei einem Besuch der Kreissparkasse in Köln.
"So bedauernswert das Ende der WestLB als einst drittgrößter Bank in Deutschland ist, wir haben das ohne größere Verwerfungen im Bankensystem über die Bühne gebracht", sagte Fahrenschon. Wie berichtet, sind die Reste der WestLB am Wochenende auf ein neues Institut mit Namen Portigon übertragen worden.
Bei der WestLB-Pleite verlieren Tausende Mitarbeiter ihre Jobs, insgesamt dürfte sich der Schaden laut NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) auf rund 18 Milliarden Euro belaufen. Davon entfallen drei Milliarden auf den Bund, neun Milliarden auf das Land und voraussichtlich rund sechs Milliarden Euro auf die Sparkassen.
Welche Belastungen sich daraus für die Sparkassen im Rheinland, unter anderem die Kreissparkasse Köln und die Sparkasse KölnBonn ergeben, sei noch nicht zu beziffern, sagte Fahrenschon. Die Kreissparkasse habe bisher 65 Millionen Euro überwiesen und müsse jedes Jahr für die Haftung zwölf Millionen Euro in einen Sicherungsfonds einzahlen, sagte Kreissparkassen-Chef Alexander Wüerst.
Außerdem zahlen die rheinischen Sparkassen 250 Millionen Euro an die hessische Landesbank Helaba, die das Verbundgeschäft von der WestLB übernimmt. Auf die Konditionen für die Kunden hätten diese Millionenbelastungen keinen Einfluss, sagte Wüerst. "Den Preis macht der Markt."
In diesem Zusammenhang kritisierten Fahrenschon und Wüerst "Lockvogelangebote" privater Banken. Vom Steuerzahler gestützte Banken wie die Commerzbank würden mit nicht marktgerechten Konditionen auf Kundenfang gehen. "Unser Euro ist besser, weil er besser verwendet wird", gab Fahrenschon zu bedenken.
Die Kunden müssten sich vor Augen führen, dass Geld, das sie den Sparkassen anvertrauten, vor Ort verwendet werde. Die Kreissparkasse Köln etwa sei in der Mittelstandsfinanzierung aktiv und unterstütze Existenzgründer. Außerdem unterhalte sie zahlreiche Stiftungen und habe eine hohe Ausbildungsquote.
Artikel vom 05.07.2012
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