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Manager-Gehälter
1,5 Millionen Euro Bonus für Telekom-Chef Obermann
Von ap/js
FRANKFURT/BONN. Bezüge der Dax-Vorstände steigen im Schnitt um 14 Prozent. Volkswagen-Chef Winterkorn ist Bestverdiener.
Mit den Gewinnen der Dax-Konzerne haben sich im vergangenen Jahr auch die Gehälter der Vorstandschefs um einen zweistelligen Prozentsatz erhöht. Nach einer von der Beratungsfirma Towers Watson gestern in Frankfurt vorgelegten Untersuchung wuchsen sie im Vergleich zu 2010 im Schnitt um 14 Prozent.
Mit genau 16.596.206 Euro Direktvergütung und einem Plus von 63 Prozent war VW-Chef Martin Winterkorn dabei Bestverdiener. Das durchschnittliche Gehalt des Vorstandsvorsitzenden eines Dax-Konzerns lag laut Studie im vergangenen Jahr bei 5,5 Millionen Euro. Zu den Gehältern kamen noch Nebenleistungen hinzu. So bezog Winterkorn einschließlich Altersvorsorge rund 17,5 Millionen Euro.
Frank Appel, Vorstandschef der Deutschen Post DHL, erhielt für seine Arbeit im vergangenen Jahr laut gestern veröffentlichtem Geschäftsbericht insgesamt knapp 3,1 Millionen Euro. Telekom-Chef René Obermann weist seine Bezüge mit knapp 3,27 Millionen Euro aus. Allerdings sind darin auch langfristige Boni im Zeitwert von knapp 316.000 Euro enthalten.
Auffällig ist allerdings, dass Obermann trotz schwächerer Geschäftsentwicklung der Telekom einen Bonus für den Jahreserfolg in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro erhielt, gut 100.000 Euro mehr als im Vorjahr. Der Bonus lag auch geringfügig über dem Festgehalt des Telekom-Chefs. Unter anderem weil der Kurs der T-Aktie nach wie vor am Boden liegt, halbierte sich aber der Zeitwert von Obermanns langfristigen Boni. Dadurch sanken die Gesamtbezüge im Vergleich zum Vorjahr um rund 100.000 Euro.
Trotz einer deutlich besseren Geschäftsentwicklung bei der Deutschen Post stiegen die Gesamtbezüge von Vorstandschef Frank Appel nur leicht von knapp drei auf knapp 3,1 Millionen Euro. Nicht enthalten sind darin aber mittelfristige Boni im Wert von aktuell rund 415.000 Euro. Der aktuelle Jahresbonus für Appel fällt mit 1,3 Millionen Euro niedriger aus als bei Obermann.
Towers Watson zufolge fehlt es vielen Unternehmen bei den Vergütungen noch an Transparenz. Wegen der staatlichen Deckelung bei seinem Finanzinstitut blieb Commerzbank-Chef Martin Blessing mit 500.000 Euro Jahresvergütung auch 2011 Schlusslicht im Gehaltsranking der Dax-Manager. Bei Beiersdorf-Unternehmenslenker Thomas-Bernd Quaas stieg dagegen die Direktvergütung um 31 Prozent auf 1,42 Millionen Euro, obwohl sich das Ergebnis seines Konzerns verschlechterte. Die Untersuchung von Towers Watson basiert auf Angaben von 17 Dax-Unternehmen.
Die Vergütungen folgten seit der ersten derartigen Studie für das Jahr 2007 nach Angaben von Autor Ralph Lange in der Regel der wirtschaftlichen Situation der Konzerne. Der Gewinn je Aktie habe sich bei den befragten Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr um 17 Prozent erhöht, sagte er. Die Vorstandsverträge seien in den Konzernen mittlerweile weitgehend an die gesetzlichen Vorschriften für eine nachhaltige Vergütung angepasst worden, wird in der Studie betont.
Die Gehälter berücksichtigten unternehmerische Größen wie die Steigerung des Aktienkurses, des operativen Ergebnisses oder der Rendite. Außerdem seien Kriterien wie Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit sowie lang- und kurzfristige Boni Bestandteile der variablen Vergütung. "Etwa die Hälfte der Unternehmen gewähren den Bonus in Aktien, die einige Jahre gehalten werden müssen", sagte Lange.
Europaweit liege das Gehalt eines Vorstandschefs im Schnitt bei 5,8 Millionen Euro jährlich und damit nur geringfügig über dem Niveau in Deutschland, sagte Lange. In den USA verdiene ein Vorstandschef (CEO) im Schnitt rund zwölf Millionen Euro. Ob die Konzernlenker der Dax-Unternehmen Einkünfte aus weiteren Vorstands- oder Aufsichtsratsposten beziehen, wurde von Towers Watson nicht untersucht.
Artikel vom 14.03.2012
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