Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Das erste selbst verdiente Geld: Ein wichtiger Schritt für junge Menschen, der mit wertvollen Erfahrungen verbunden ist. In einer Serie stellt der General-Anzeiger Führungskräfte aus der Region und ihre Jugendjobs vor. Heute erinnert sich Stefan Jütte, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Postbank AG. Die Fragen stellte Christiane Ruoß.
General-Anzeiger: Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient? Wie alt waren Sie damals und wie viel haben Sie dabei verdient?
Stefan Jütte: Am liebsten wäre ich Fußball-Profi geworden. Aber meine Eltern fanden diese Idee nicht so gut. Und die Stimme der Vernunft in mir gab ihnen sogar Recht. Ich wurde also mit 16 für drei Jahre Lehrling bei der Stadtsparkasse Hildesheim. Im ersten Lehrjahr bekam ich schon hundert Mark, das war ein kleines Vermögen.
GA: Wie kam der Job zustande?
Jütte: Ich habe mich nach der "mittlerer Reife" direkt um einen Ausbildungsplatz beworben. Bankkaufmann war damals wie heute ein begehrter Ausbildungsberuf.
GA: Was oder wer hat dabei geholfen?
Jütte: In der Zeit des Wirtschaftswunders musste man keine Tricks anwenden, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wer ein gutes Zeugnis hatte, konnte sich sogar aussuchen, wohin er gehen wollte. Der Bedarf an Nachwuchskräften war immens - auch weil während der Kriegsjahre und kurz danach weniger Kinder geboren worden waren.
GA: Was hat der Job sonst noch gebracht, also etwa besondere Erfahrungen, Fertigkeiten, Erkenntnisse oder schöne Erlebnisse?
Jütte: Es war eine unbeschwerte Zeit. Ich erinnere mich sehr gern daran. Damals habe ich gelernt, dass auch aus kleinen Anfängen große Dinge werden können, dass es sich lohnt, hart zu arbeiten, und dass gute Team-Spieler für ein Unternehmen wichtiger sind als einsame Solisten.
Artikel vom 23.07.2011