Das GA-Torfieber grassiert wieder
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Das erste selbst verdiente Geld: Ein großer Schritt für junge Menschen, der mit wertvollen Erfahrungen verbunden ist. In einer Serie stellt der General-Anzeiger Führungskräfte aus der Region und ihre Jugendjobs vor. Heute erinnert sich Marita Schmickler-Herriger, Leiterin der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg mit Sitz in Bonn. Die Fragen stellte Christiane Ruoß.
General-Anzeiger: Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient? Wie alt waren Sie damals?
Marita Schmickler-Herriger: Das erste Geldverdienen (wenn man vom Zustecken der Großmutter für Hilfeleistungen absieht), begann für mich während meiner Oberstufenzeit am Gymnasium. Meine "Branche" war immer der Hotelbereich. Bis heute fühle ich mich hier besonders verbunden.
GA: Worin bestand Ihre Aufgabe?
Schmickler-Herriger: Hotel bedeutet Vielfalt: Ich war Zimmermädchen, Spülhilfe, Servicekraft im Restaurant, Telefonistin, Rezeptionistin, im wahrsten Sinne des Wortes "Mädchen für alles". Die Jobs waren krisensicher und boten darüber hinaus den Vorteil, dass ich in einer Kurklinik ganzjährig den Abendservice für eine Stammkraft übernehmen konnte, also eine stetig sprudelnde Geldquelle hatte.
GA: Wie viel haben Sie dabei verdient?
Schmickler-Herriger: Die Quelle sprudelte wirklich, da die meist älteren Kurgäste mich großherzig mit Trinkgeldern bedacht haben. Manchmal hat mir die Großzügigkeit buchstäblich die Sprache verschlagen. Leider weiß ich nicht mehr, wie mein "Einkommen" war. Aber auch ohne Summen präsent zu haben, das Gefühl "es war in Ordnung" begleitete mich.
GA: Wie kamen der Job und der Kontakt zustande?
Schmickler-Herriger: Einen Ferienjob zu finden war für mich nicht schwer. Aufs Fahrrad, zum Hotel, nachfragen und nachdem der Einstieg gefunden war, öffneten sich alle Türen. Man wurde weiterempfohlen - auch abgeworben - kurzum: gute Zeiten für Jobsucher!
GA: Wie ging es weiter?
Schmickler-Herriger: Mit dem Abitur habe ich dann die "Branche" gewechselt und in der Zeit zwischen Abitur und Studium als "Fräulein vom Amt" bei der Störungsstelle der Post (heute Telekom) gearbeitet.
GA: Was hat der Job sonst noch gebracht an besonderen Erfahrungen, Fertigkeiten oder Erkenntnissen?
Schmickler-Herriger: Eine ganz andere Tätigkeit, aber spätestens da ist mir deutlich geworden, dass gewisse "Basisqualifikationen" überall gebraucht werden und der Schlüssel für erfolgreiches Arbeiten sind: Höflichkeit, wertschätzender Umgang, Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen und die Fähigkeit, Probleme konstruktiv anzugehen. Hierzu gehört auch mein erster Lehrsatz bei der Störungsstelle: "Lächle ins Telefon" - könnte auch aus einem Managementseminar der heutigen Zeit stammen.
Artikel vom 28.07.2011