Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung vergibt millionenschwere Aufträge

Wo es passt, verwandelt sich eine Direktion in ein Amt, und dem können dann noch Verwaltungen angegliedert werden. So geschehen, als am 1. Januar 1998 das "Bundesamt für Bauwesen und Bauordnung" entstand. Inzwischen sind dort 430 Mitarbeiter angestellt.

Foto: Barbara Frommann

Bonn. Wo es passt, verwandelt sich eine Direktion in ein Amt, und dem können dann noch Verwaltungen angegliedert werden. So geschehen, als am 1. Januar 1998 das "Bundesamt für Bauwesen und Bauordnung", kurz "das BBR", entstand. Die "Oberbehörde" ist Bonn-Berliner Konstrukt im Sinne des Bonn-Berlin-Gesetzes und entsprechend aufgetrennt in Haupt und Glieder.

Der Kopf (inklusive Präsidentin) residiert in Bonn-Mehlem. Die Gliederungen arbeiten von Berlin aus. "Rund 1 230 Mitarbeiter" arbeiten für das BBR. Sie sind zweigeteilt. Erster Dienstsitz des Bundesamtes ist Bonn - hier arbeiten 430 Mitarbeiter. Zweiter Sitz ist Berlin mit 800 Beschäftigten.

Nicht vergessen darf man Bonn-Bad-Godesberg, wo die Fachkompetenz von Forschern, Geografen, Raumordnungsspezialisten gebündelt wurde. Hier residiert das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Wenn die Politik mehr über Fragen der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens wissen will, werden die Fachleute hier bemüht.

Als "Ressortforschungseinrichtung" erarbeitet das Institut dazu Prognosen für die Bundesregierung und berät die Regierung, wenn Raumentwicklungs- und Bauprobleme anstehen. Das Bundesoberamt entstand durch Zusammenlegungen. Bis Ende 1997 arbeiteten die "Bundesanstalt für Landeskunde und Raumordnung" und die "Bundesbaudirektion" zusammen oder manchmal auch nebeneinander her.

Dazu kamen 2004 gleich zwei "Bundesbauämter" in Berlin, schließlich wurde ein neues Regierungsviertel in den märkischen Sand gesetzt. Das BBR ist ein wichtiger Auftraggeber für die Bauwirtschaft. Es betreut die Bundesbauten im In- und Ausland und dazu alle Bauvorhaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Entsprechend erarbeitet das Amt Expertisen zur Baukultur, der Denkmalspflege, liefert Wohnungsmarktstudien, Raumordnungsberichte und schreibt Architekturwettbewerbe aus - eben was bei Staatsbauten so anfällt. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung verlässt sich auf die nachgeordneten Bundesoberbehörden in Bonn und Berlin.

Die Summen, um die es da geht, sind beeindruckend. 188 Millionen Euro konnte das Amt im Jahr 2010 für Bundesbauvorhaben einsetzen. Kein Pappenstiel. Damit werden alle möglichen Projekte finanziert. Manchmal sind auch spektakuläre Abbrucharbeiten darunter. Als der Regierungsbunker in der Eifel abgerissen und ein Museum eingerichtet wurde, war das Amt verantwortlich.

Wann auch immer auf der Hardthöhe, am Tulpenfeld, am Kanzleramt oder am Langen Eugen Handwerker anrückten, war das BBR in Vertretung des Bundes der Bauherr.

Vom Hauptsitz des Amtes im Schloss Deichmanns Aue aus werden dazu die Auslandsbauten der Bundesrepublik Deutschland koordiniert und betreut, solange es sich um zivile Bauten handelt. Für alle anderen ist der Verteidigungsminister zuständig.

Wo in aller Welt Botschaften, Konsulate und Deutsche Schulen umgebaut oder neu gebaut werden müssen, plant und finanziert die Bonner Dienststelle des BBR die Projekte. Das gilt auch für die Immobilien des Goethe Instituts rund um den Globus. Dafür, wer wo in aller Welt zuständig ist und die Baustellen kontrollieren muss, gibt es klare Regeln.

In Afghanistan etwa werden Wohnungen für Soldaten und Polizeikräfte hochgezogen. Diese Vorhaben fallen ganz klar in die Zuständigkeit der Zentrale Bonn-Mehlem. Dass aber ausschließlich ledige Kontrolleure dorthin geschickt werden, hängt mit der Fürsorge des Amts für die Angehörigen der Mitarbeiter zusammen. Man will ja nicht riskieren, dass einem Familienvater etwas passiert.

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