SPD favorisiert Gesamtschule

Ittenbach.  "Ihre Vielfalt ist ihre Stärke", sagte Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch im Gasthaus "Zur alten Post". Dort waren seine beruflichen Erfahrungen als früherer Leiter der Beueler Gesamtschule mit eben dieser Schulform gefragt.

Wie können Kinder optimal gefördert werden? In Honnef und Königswinter wird auch über eine Gesamtschule diskutiert. Unser Bild entstand während des Christophorus-Marktes am CJD in Königswinter. (Archivfoto) Foto: Frank Homann

Die SPD-Ortsvereine von Königswinter und Bad Honnef hatten gemeinsam zur Informationsveranstaltung "Chance Gesamtschule" eingeladen. Ein Thema, das vor Jahrzehnten die Gemüter erhitzte, lockte aber gerade jene nicht, die es in der Konsequenz besonders angeht: die Eltern.

Nicht eine Hand schnellte nach oben, als Moderator Björn Seelbach, der Vorsitzende der SPD Königswinter, abfragte, wer als Vater oder Mutter hören wollte, ob eine Gesamtschule vielleicht die passende Schule für das eigene Kind sein könnte. Die Veranstaltung geriet also fast zur Parteiversammlung.

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Dumm gelaufen, dass die Ergebnisse der Elternbefragung in Königswinter noch nicht vorliegen. Hintergrund: Die Oberpleiser Hauptschule läuft wegen der geringen Anmeldezahlen nur mit Sondergenehmigung; die neue Schulform "Sekundarschule" wurde deshalb in Königswinter Thema. Auf dem Fragebogen für Grundschuleltern konnte als Option jedoch auch die Gesamtschule angekreuzt werden. Und die SPD favorisiert eine Siebengebirgsgesamtschule für Honnef und Königswinter.

Ob die Eltern das auch so sehen, ist noch nicht bekannt. "Wir wissen von vielen Familien hier, die versucht haben, an den Gesamtschulen in Beuel oder Hennef einen Platz zu bekommen. Wir brauchen mit dem Aussterben der Hauptschule ein gutes Angebot", so Seelbach. Und: "Eltern schicken ihre Kinder gern auf eine Schule, auf der sie alle Abschlüsse erlangen können."

Nimptsch betonte: "Eine Gesamtschule deckt alles ab, vom Kind mit geistigem Handicap bis hin zum Hochbegabten. Sie orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. Individuelle Begabungen werden gefördert." Der Oberbürgermeister, der die Beueler Gesamtschule 15 Jahre lenkte, betonte: "Etwa 50 Prozent legen an der Gesamtschule das Abitur ab." Das Abitur nach neun Jahren bedeute auch weniger Stress als am Gymnasium mit nun nur noch acht Schuljahren.

Welchen Einfluss hat eine Gesamtschulgründung auf die bestehende Struktur? Nimptsch betonte: "Die Errichtung einer Gesamtschule führt nicht automatisch zum Schulkrieg, sondern es strengen sich alle besonders an." Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden: "Das Sibi ist seit Jahren überbelegt. Die gemeinsame Gesamtschule ist ein Konkurrenzangebot, aber ich sehe noch nicht die Gefahr, dass unsere Gymnasien verhungern. Es muss ein städtisches Angebot für alle Begabungen geben. Mit dem dreigliedrigen Schulsystem stoßen wir aber an unsere Grenzen."

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